Essen ist Leben: Frisch auf den Müll von Valentin Thurn

Schon wieder ein Programmhinweis, aber morgen käme er zu spät: Heute Abend wird in der ard der Dokumentarfilm Frisch auf den Müll von Valentin Thurn gezeigt. (Mittwoch, 20. Oktober 2010, 23.30 Uhr, im Ersten)

Natürlich ist es eine gigantische Verschwendung, dass allein in Deutschland jährlich bis zu 15 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll landen. Aber ist die unter dem Programmhinweis gestellte Frage: „Was kann jeder Einzelne, was kann die Gesellschaft gegen diese weltweite Verschwendung tun?“ finde ich einfach ärgerlich. Der Hauptteil der Verschwendung findet nämlich nicht in den einzelnen Haushalten statt, obwohl jeder Haushalt 10 bis 15 Prozent der eingekauften Lebensmittel wegwirft. Insofern können Einzelne gar nicht viel tun.

Das ist wieder diese hinterhältige Propaganda von dem bewussten Verbraucher, der angeblich in der Hand hat, was produziert wird und wie. Das ist leider völliger Unsinn. Ob die Leute nun ein bissel mehr oder weniger oder bio kaufen, ändert überhaupt nichts am System.

Und genau da liegt der Hund begraben: Nahrungsmittel sind eben auch nur ein Ding, mit dem sich Geld verdienen lässt. Dass mehr Menschen verhungern, wenn Spekulanten die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe treiben, ist zwar irgendwie traurig, wird aber als cleveres Geschäftsgebaren in der Welt der Kapitalisten akzeptiert.

Die Leute in den armen Ländern verhungern ja nicht, weil es zuwenig Nahrungsmittel gibt – dass genauso viel weggeworfen wie konsumiert wird, ist ja bei Beweis dafür, dass der Mangel an Lebensmitteln überhaupt nicht das Problem ist. Fast eine Milliarde Menschen weltweit hungern, weil sie nicht genug Geld haben, sich Lebensmittel zu kaufen. Das Problem ist also Geld bzw. der Kapitalismus, der dafür sorgt, dass Geld und damit auch die Lebensmittel ungleich verteilt sind.

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Über modesty

Akademisch gebildetes Prekariat. Zeittypische Karriere: anspruchsvolle Ausbildung, langwieriger Berufseinstieg, derzeit anstrengender, aber schlecht bezahlter Job mit unsicherer Perspektive. Vielseitige Interessen, Literatur, Film, Medien, Wissenschaft, Politik, Geschichte, Gesellschaft, Zeitgeschehen. Hält diese Welt keineswegs für die beste aller möglichen, hofft aber, dass sie besser werden kann. Möchte gern im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten dazu beitragen.
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