Mein Herz gehört mir – und der Rest auch

Til ist pro, Matthias ist pro. Roland ist pro. Und Luca auch.

Ich bin kontra.

Von mir bekommt ihr gar nichts. Ich will meine Ruhe, wenn ich tot bin.

Einfach mal nicht nützlich sein. Einfach am Stück vergammeln. Oder verbrannt werden, was auch immer meine Nachwelt will. Nur keine Leichenfledderei.

Irgendwann muss es auch mal gut sein. Ist schon toll, was heutzutage medizinisch möglich ist. Aber genau das ist ein Anlass, mal darüber nachzudenken warum noch immer Menschen an Hunger, Durst, dreckigem Wasser und ähnlichen Bagatellen sterben. Millionen von Menschen sterben an längst heilbaren Krankheiten – nur weil sie kein Geld haben, einfachste Medikamente zu bezahlen. Oder wenigstens ausreichend Nahrungsmittel.

Die „Gesundheitsindustrie“ ist eine Geldmaschine, sie produziert Gesundheit für diejenigen, die Geld haben. Alle anderen schauen dabei in die Röhre. Kein Pharmakonzern funktioniert aus Menschenfreundlichkeit. Auch Organe sind ein Geschäftsmodell. Zwar nicht für den Spender, aber für alle anderen, die in diesem Business beteiligt sind. Transplantationen sind teuer. Und es ist keine Verschwörungstheorie, dass in anderen Teilen der Welt es auch gesunde Menschen gibt, die sich gegen Geld ausweiden lassen (müssen), eben weil sie arm sind.

Es gibt so viele Möglichkeiten, Menschenleben zu retten. Dafür muss man keine Hightech-Verwertungsindustrie für Menschenteile einrichten. Ich bin für Respekt vor dem menschlichen Leben. Vor jedem Leben. Überall in der Welt.

Advertisements

Über modesty

Akademisch gebildetes Prekariat. Zeittypische Karriere: anspruchsvolle Ausbildung, langwieriger Berufseinstieg, derzeit anstrengender, aber schlecht bezahlter Job mit unsicherer Perspektive. Vielseitige Interessen, Literatur, Film, Medien, Wissenschaft, Politik, Geschichte, Gesellschaft, Zeitgeschehen. Hält diese Welt keineswegs für die beste aller möglichen, hofft aber, dass sie besser werden kann. Möchte gern im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten dazu beitragen.
Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft, Gesundheit abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Mein Herz gehört mir – und der Rest auch

  1. Pingback: Was so bewegt! » Blog Archive » Zur Blutspende.

  2. kucaf schreibt:

    Nicht schlecht der Gedanke, nicht pro zu sein und schön, dass darüber nachgedacht wird, welche Industrie hinter dem ganzen steht. Der Mensch als Ersatzteillager ist ja nicht neu, letztlich ist es durchaus interessant, in wessen Interesse ausgeschlachtet wird und wer in erster Linie davon profitiert. Sicher, wer ein Spenderorgan erhält, dem wird geholfen, nur wirken auch in diesem Zusammenhang die sogenannten Gesetze des Marktes. Ich bin früher regelmäßig Blut spenden gegangen, bis mir einmal jemand erzählte, der beim Blutspendedienst arbeitete, dass sie noch so und soviel Blut brauchten, um einen Exportauftrag zu erfüllen. Nicht das ich etwas dagegen hätte, dass Menschen in anderen Ländern mein Blut erhalten, aber nicht wenn das Geschäft im Mittelpunkt steht und nicht der Mensch. Anders verhält es sich auch nicht mit den Organspenden, auch wenn der Mensch vorgeschoben wird, so ist es doch das Geschäft, welches bedient werden will. Anders würde es aussehen, wenn es in diesem Land ein Steuer finanziertes Gesundheitssystem geben würde, in dem allen Menschen die selben Leistungen „kostenfrei“ zur Verfügung stehen würden und das ohne wenn und aber!

  3. modesty schreibt:

    Ja, genau: Auch mir geht es nicht darum, nicht helfen zu wollen. Ich will nur nicht durch diese Profitmaschine verwertet werden. Ich hab vor Jahren, als es das noch gab, auch Muttermilch für die Frühchen in der Klinik gespendet. Fand ich eine gute Idee – das Gesundheitssystem in der DDR hatte einiges für sich. Aber jetzt muss sich alles rechnen. Und das ist in einem Bereich, in dem es um Leben und Tod geht, einfach ekelhaft.

    • Walter schreibt:

      Kommt hinzu, dass mit dem sogenannten Hirntod eine Definition des Todeseintritts gefunden wurde, die Gewähr bietet, dass zu diesem Zeitpunkt die Organe noch möglichst frisch und verwertbar sind … Ene Definition übrigens, die nicht unumstritten ist. Siehe dazu obigen Link zum Wiki-Artikel.

  4. Pingback: Was so bewegt! » Blog Archive » Auch eine Form der Besitzstandswahrung, …

  5. So lange menschen erfrieren und des hungers sterben, bin ich gegen organspende!

    Es gibt viele möglichkeiten, wie man menschenleben retten kann, sei es, ihnen ausreichend nahrung zu geben, eine wohnung in der man leben kann oder ein gesundheitssystem, in welchem die menschen bekommen, was sie benötigen.

    So lange es ausbeutung gibt, werde ich mich nicht ausweiden lassen! Wenn ich dereinst tot bin, will ich nicht von einer geldgeilen mafia resteverwertet werden, die dann die brauchbaren einzelteile vom restmüll trennt, um damit einen gewinn zu erzielen.

    Das geschrei um organspende hat nichts mit humanität zu tun, sondern mit einem lukrativen geschäft. Weigert Euch!

  6. PeWi schreibt:

    Ich bin auch GEGEN Organverwertung, weil sie profitabel verwertet werden. Wer garantierte mir in dieser Gesellschaft, wo der alles bekommt, der alles hat, dass meine Organe derjenige bekommt, der sie wirklich benötigt? Niemand! Meine Organe gehören mir und damit darf kein Profit gemacht werden. Also, lasse ich sie mit mir verbrennen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s