Atombranche: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

Arme Atomkonzerne! Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat festgestellt, die wirtschaftliche Lage der Energieversorger sei „nicht so exorbitant gut, dass sie jede Belastung schultern könnten.“ Die Regierung habe Interesse an „erfolgreichen großen heimischen Energieerzeugern“. Deshalb wird der vom CSU-Seehofer angekündigte „Turboausstieg“ so lange herausgezögert, dass er zumindest keine Laufzeitverkürzung bedeutet.

Und damit die armen Atomstromer nicht weinen müssen, wird als Trostpflästerchen die Brennelemente-Steuer abgeschafft. Solche Peanuts helfen ohnehin nicht, wenn es hart auf hart kommt. Das kann man gerade in Japan studieren. Der Super-Gau in Fukushima kommt eh so teuer, dass ihn kein Konzern der Welt schultern könnte. Vermutlich werden die Kosten ganz Japan auf Dauer in den wirtschaftlichen Abgrund ziehen, vom menschlichen Leid, das diese Katastrophe verursacht, gar nicht zu reden. Ähnliches hätte man auch bei der Katastrophe von Tschernobyl schon sehen können, wenn man sich im Westen nicht damit rausgeredet hätte, dass so etwas mit westlicher Technik natürlich nicht passieren können. Kann es aber doch.

Und unsere Regierung tut weiterhin so, als sei das anders – mit deutscher Technik kann das nicht passieren. Und wenn die Leute nun darauf bestehen, dass es in absehbarer Zeit keinen Atomstrom mehr geben soll, dann muss man den Atomkonzernen die letzten Jahre besonders schön machen. Denn eins ist klar: Bei anderen Energieträgern ist es nicht so leicht, das finanzielle Risiko aufs Volk abzuwälzen. Aber was solls, ob Finanzkrise oder Super-Gau: Der Pöbel hält immer seinen Kopf hin. Wenn er nicht abgezockt wird, wird er verstrahlt. Und im schlimmsten Fall beides.

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Über modesty

Akademisch gebildetes Prekariat. Zeittypische Karriere: anspruchsvolle Ausbildung, langwieriger Berufseinstieg, derzeit anstrengender, aber schlecht bezahlter Job mit unsicherer Perspektive. Vielseitige Interessen, Literatur, Film, Medien, Wissenschaft, Politik, Geschichte, Gesellschaft, Zeitgeschehen. Hält diese Welt keineswegs für die beste aller möglichen, hofft aber, dass sie besser werden kann. Möchte gern im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten dazu beitragen.
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