Freie Fahrt für freie Bürger – auf der Datenautobahn

Das ist schon lustig mit den Piraten als Partei. Immerhin haben sie in Berlin dafür gesorgt, dass sich die Grünen und die Linken mal am Kopf kratzen müssen, weil sie den Wählern inzwischen weder grün, noch links genug sind. Am Untergang der FDP sind sie eher unbeteiligt, das hat die nun mehr Fast-Zwei-Prozent-Partei ganz allein hingekriegt. Sogar hartgesottene Besserverdiener wenden sich lieber wieder dem schwarzen Original zu, weil das F bewiesenermaßen nur noch für die Freiheit von jeglicher Kompetenz beim Politpersonal steht. Aber da können die Piraten vermutlich bald konkurrieren. Aber, das muss man ihnen lassen, sie hatten wesentlich weniger langweilige Wahlplakate als die Konkurrenz. Mal abgesehen von der Partei. Die ja als Titanic-Ausgründung irgendwie auch mit Seefahrt zu tun hat, im weitesten Sinne.

Aber zurück zu den Piraten. Nach dem Überraschungserfolg musste ich nun glatt noch einmal nachsehen, wofür die eigentlich angetreten sind. Das ist recht interessant: Auf der einen Seite soll das Urheberrecht weg und alles im Internet frei kopierbar sein, auf der anderen Seite sind Datenschutz und informelle Selbstbestimmung quasi heilig. Freie Information ist also nicht gleich freie Information. Erinnert mich trotzdem irgendwie an „Freie Fahrt für freie Bürger!“ – wenn auch nur auf der Datenautobahn, wie das Internet früher mal genannt wurde. Als Helmut Kohl noch Kanzler war, die Älteren werden sich vielleicht erinnern.

Selbstgemachtes Foto von der Demo am 10. 9. 2011

Das Piratenschiff bei der Eroberung von Berlin

Aber mir persönlich ist es natürlich auch lieber zu wissen, dass ich beim Downloaden von irgendwas, für das ich nicht bezahlen will, nicht erwischt werden kann, weil meine Daten nicht gespeichert werden dürfen. Und der gemeine Terrorist, der im Internetcafé mit kostenlosem Milchkaffeausschank die nächsten Attentate plant, fühlt sich dann bestimmt auch gleich viel sicherer. Oder der perverse Kinderporno-Onkel in seinem stillen Kämmerlein.

Oder nein, in einer Welt, in der alle freien Zugang zum Internet haben, tut bestimmt keiner mehr etwas Böses, weil alles Unheil einfach weginformiert wird. Dann ist es auch kein Geschäftsmodell mehr, den deutschen Steuerfahndern CDs mit Schweizer Bankdaten zu verkaufen, weil ohnehin jeder im Internet nachsehen kann, wer wo wieviel verdient und was jeweils an Steuern gezahlt wird. Praktisch. Oder waren das jetzt die Daten, die geschützt werden sollen? Und warum ist es eigentlich so ein Drama, wenn die Polizei bei Demonstrationen Funkzellen auswertet und dann genau weiß wer mit welchem Handy von wo aus mit wem telefoniert hat, wo doch eh jeder, der etwas auf sich hält, per Twitbook oder Googleface ständig herausposaunt, was er wo gerade so macht? Und gleich noch ein Foto inklusive aktueller Geodaten dazu online stellt? Verwirrend.

Aber es geht noch viel lustiger. Wirtschaft ist ein zugegebenermaßen lästiges Thema, deshalb wird das im Piratenprogramm nach ellenlangen Abschnitten über freie Software, freie demokratisch kontrollierte technische Infrastruktur, Teilhabe am digitalen Leben, Transparenz oder Medienkompetenz, die gelernt werden muss, auch nur kurz abgehandelt. Weil wir ja in einer Geldwirtschaft leben, braucht man ein Einkommen, stellen die Piraten fest. Deshalb müssten es zur Sicherung der Würde aller Menschen eine Vollbeschäftigung geben. Also muss die Wirtschaftspolitik das irgendwie herstellen. Na logisch! Warum ist da eigentlich noch keiner drauf gekommen? (Da sieht man mal, warum die ehemalige Wirtschaftskompetenzpartei vernichtet am Boden liegt) Am besten wäre es nach Ansicht der Piraten die individuelle Existenzsicherung als Teil der öffentlichen Infrastruktur anzubieten – Verkehrswege, das Bildungssystem oder die öffentliche Sicherheit würden den Bürgern ja auch ohne direkte Gegenleistung zur Verfügung gestellt. Irgendwie niedlich – aber wo soll denn dann das ganze Geld für die Geldwirtschaft her kommen, wenn alle von ihrer Existenzsicherung leben und keine Steuern mehr bezahlen?

Gut, das wissen die Piraten eben so wenig wie ich. Aber warum gehen sie nicht einfach den entscheidenden Schritt weiter und stellen fest, dass das mit der Geldwirtschaft eine blöde Sache ist, wenn man doch dafür ist, dass die ganzen wichtigen Dinge, die man so braucht – Internetzugang und das ganze Zeug, was man im Internet ansehen, herunter laden oder sonst wie nutzen kann, nichts kosten sollen. Warum sollen dann alle anderen Dinge, die man erst recht zum Leben braucht, dann eigentlich etwas kosten? Wichtiger wäre doch, dass es nicht nur freie Software und freies Internet, sondern auch freies Wohnen, freies Essen und kostenlose Kleidung gibt – dann braucht man vielleicht auch nicht mehr so viele digitale Parallel-Universen, weil das echte Leben gleich viel mehr Spaß macht. Aber das ist dann vielleicht sogar den Piraten zu lustig.

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Über modesty

Akademisch gebildetes Prekariat. Zeittypische Karriere: anspruchsvolle Ausbildung, langwieriger Berufseinstieg, derzeit anstrengender, aber schlecht bezahlter Job mit unsicherer Perspektive. Vielseitige Interessen, Literatur, Film, Medien, Wissenschaft, Politik, Geschichte, Gesellschaft, Zeitgeschehen. Hält diese Welt keineswegs für die beste aller möglichen, hofft aber, dass sie besser werden kann. Möchte gern im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten dazu beitragen.
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11 Antworten zu Freie Fahrt für freie Bürger – auf der Datenautobahn

  1. Propaghandi schreibt:

    Endlich mal jemand der tachles redet und etwas für unsere Zukunft unternehmen möchte. Auch der Schutz des Individuums und der Kinder kommt endlich aufs Schaffot, ähm nein, aufs Traktandum.
    Der Terrorist und der KiPo – Konsument – ja die beliebten Totschlagargumente! Wer hat es nicht schon selber erlebt, man trinkt in Frankfurt gemütlich ein Bierchen im entsprechenden Garten und WUMMMS sprengt sich einer am Nachbarstisch in die Luft! Wäre nicht gerade das Servicepersonal vor dem Tisch gestanden (um die 5 Cent, die im Kies unterm Tisch liegen als Lohnaufbesserung zum beliebten 1€ Job aufzuheben), hätte es mich voll erwischt. Glück gehabt, war nur jemand aus dem Prekariat…Auch die KiPo Konsumenten kennt ja jeder, der mal einen Spielplatz (als Mann nur in Begleitung der Frau und 10 Kindern – um über jeden Verdacht erhaben zu sein!) war. Überall sitzen dieser Perversen, mit ihren Smartphones am Fotografieren – oder noch schlimmer -am filmen! Aber noch schlimmer, seit der ECC (Europ. Cyber Crime… art9 abs2) wimmelt es im Netz nur noch von KiPo! Mindestens die hälfte alles pornografischen Materials ist KiPo (meiner Meinung nach ist alles, was sich nackig zeigt und noch nicht im Rentenalter ist, sehr suspekt)! Dies ist bewiesen und muss so sein, denn angeblich ist dies ja ein 18mia. € Markt und somit lukrativer als der schnöde Waffen- (Schreiner / Octogon) und Drogenhandel (Colognia Dignitat / Octogon) der CDU/CSU/FDP.
    Nun aber flugs zurück zum Kernthema, den Piraten. Ja, dieses Parteiprogramm enthält einige Forderungen, die dem gestandenen CDU/CSU/FDP Wähler etwas utopisch vorkommen. Nahverkehr soll gratis sein? Das geht doch nicht! Wer bezahlt dann mein Gehalt als VR für die beiden Abnicksitzungen?!?! Kein Wort über den Finanzierungsvorschlag dieser Partei! Ein Internet ohne PRÄVENTIVE Überwachung? Das muss in der Katastrophe enden! Man erinnert sich mit schaudern an die ersten 5 Jahre dieses neuen Jahrtausend! Millionen Kinderpornokonsumenten, Terroristen, Betrüger und Mobber machten das Leben zur Hölle! Jeder, der ihre Welt, das Internet, betrat wurde sofort und unwiederbringlich mit Kinderporno, Jihadismus oder noch schlimmer, mit linkem oder rechtem Idealismus angefixt! Es war schrecklich! Zum Glück kam dann die Errettung in Form eines Heilsamen Ereignisses in den USA, das uns die Kraft gab, über diese Missstände aufzubegehren. Es setzte sich die Erkenntnis durch, dass theoretisch jeder Bürger zu einer, oder mehrerer, diese Gruppen gehöhren könnte. Also wurde flugs einfach mal jeder überwacht. Die Aufklärungsquote (zumindest in der Zeit der anlasslosen Überwachung) ging rapide und steil um 0.1% nach oben! Ach ja, das Internet ist anonym. Bis auf die IP- und die Mac-Adresse, den Provider, die Cookies und den traffic! Also absolut anonym, niemand kann mich finden, da ich meinen Anschluss nur Bar bezahle *Ätsch*!
    Lustig sind die Piraten, mit ihrem „alles gratis und sofort“ Parteiprogramm. Ein bedingungsloses Grundeinkommen? Wie Krank ist denn das!!! Nein, lieber versenken wir Milliarden in Jobmassnahmen (die den Arbeitsmarkt zerstören), Hartz4 und 1€ Jobs! Da haben die betroffenen wenigstens noch eine Perspektive – die von gaaaanz unten! Einen transparenteren und effizienteren Staat? Auf keinen Fall, was machen wir dann mit den zehntausenden arbeitslos werdenden CDU/CSU/FDP Wählern? Im Jobmassnahmen oder 1€ Jobs zwingen geht nicht, das wäre Menschenverachtend und ein Verrat am System! Lieber noch einige Regelungen, Gesetzte und Verordnungen im Namen der Kostensenkung durchdrücken und somit Stellen in der Verwaltung schaffen. Es beruhigt den Staat Kollosaal, wenn 20% bei ihm angestellt sind (und somit abhängig). Den Erfolg diese Intransparenz kann man gerade in Griechenland beobachten. Herr Ackemann freuts…
    Ja, die Piraten sind ein lustiger Haufen Querulanten fern jedwelcher Kompetenzen. Dass diese „Utopien“ finanzierbar sind hat Herr Janich anhand der akt. Zahlen vorgerechnet. Aber der ist ja auch nicht Kompetent, kommt er ja von der PDV. Aber eben, wenn die Regierungsnahmen Konzerne nicht mehr mit den Renten, Riester und sonstigen Spareinlagen der Bürger auf den Konkurs ihres Staates spekulieren dürfen, wird dies sicher ungemütlich. So etwas zu fordern kommt ja nur Piraten, Sozialisten oder noch schlimmer Kommunisten wie Herrn Benedikus Hardorp, Götz Werner, Michael Opielka, Erhard, Ludwig, Thomas Straubhaar, Milton Friedmann, Reginald Grünenberg, Luise Gubitzer (und viele mehr) in den Sinn!
    Alles utopische Kommunisten ohne Sinn und verstand.
    Übrigens, was Datenschutz mit Urheberrechten zu tun haben erschliesst sich mir nicht ganz. Apropo Urheberrecht. Ich hoffe doch, dass Sie das gezeigte Bild selber geschossen haben oder sich die Rechte beim entsprechenden Fotographen eingeholt haben. Nichts führ ungut, sehen Sie es wie ich – mit viel Humor! 🙂
    Lieber Gruss vom zeitgenössischen Eidgenossen

  2. modesty schreibt:

    Ich bin mir nicht sicher, ob wir den gleichen Sinn für Humor haben: Genau das ist mein Problem mit den Piraten: Kommunisten sind das (leider!!!!) nicht. Ich meine das nämlich ernst mit kostenlos wohnen und essen und so weiter. Warum soll denn nur das Internet und der öffentliche Nahverkehr kostenlos sein?! Das geht nämlich nicht, wenn man gleichzeitig auf Geldwirtschaft setzt und Vollbeschäftigung fordert – dann bleibt Geld oder der angebliche Mangel daran das Totschlagargument gegen alle Forderungen, die den Piraten noch einfallen könnten. Und deshalb wird es ihnen in den kommenden Jahren ergehen wie den Grünen und den Linken: Sie werden an der Realpolitik scheitern, weil sie sich nicht zu der Erkenntnis durchringen können, dass ALLES ganz anders werden muss, nicht nur im Internet, sondern überhaupt.

  3. Propaghandi schreibt:

    Hallo modesty
    Das mit dem Humor ist nicht so schlimm – nobody is perfect! 😉
    Ich bin froh, dass es keine Kommunisten sind!!! Ich meine damit nicht den verklärte „revolutionsromantischen“ Kommunismus, sondern den realen, machtpolitischen. Wenn man Marx und Engels Standpunkte dazu studiert, kommt einem das nackte schaudern (Jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen)! Kommunismus ist nichts anderes als die Konzentration aller Kapital- und Konsumgüter (inkl. Mensch!) beim Staat! Er, der Staat, definiert also, wer „reich“ werden darf. Es ist übrigens ein Irrglaube, dass es im kommunistischen Russland z.B. keine „reichen“ gab (es gab einige wenige enorm Reiche – Staatlich legitimiert!). Beim Kommunismus hat der Staat absolute Kontrolle über das Individuum – in jedem Bereich des lebens. Es wurde gar gefordert (Marx), dass alte, Kranke und andersdenkende gefälligst „zu verschwinden“ hätten, da diese dem System nichts mehr nutzen (die rede war von „humaner Tötung“ der alten und Kranken!)! Nein, Kommunismus ist das selbe in grün wie der Nationalsozialismus oder der Faschismus. Nur die „Benennung“ ist anders.
    Kostenlos wohnen? kann nicht funktionieren! Ist wie im Internet; nur weil wir nicht bemerken (Daten etc.) , dass wir zahlen, heisst das noch lange nicht, dass es kostenlos ist.
    Die Piraten „fordern“ ja einerseits ein bedingungsloses Grundeinkommen – somit ist das Wohnen indirekt „kostenlos“. Die ganze BRD (jetziger Haushalt) würde sich mit 5% MwSt finanzieren lassen – inkl. Bedingungslosem Grundeinkommen. Jetzt stellen Sie sich mal vor, man erhebt zusätzlich 7.5% MwSt, 10% Einkommenssteuer und 2% Vermögenssteuer (ab z.B. 100’000€ Vermögen) basierend auf diesem System. Da es keine Renten mehr gibt, muss auch nichts umverteilt und verschleiert werden – es gibt für alle und jeden nur noch eben diesen „Sockelbetrag“ (Renten, Kindergeld, Invalidität, Sozialhilfe etc. gibt es nicht mehr!). Mit diesem System sind nicht plötzlich alle reich, auf keinen Fall. Es nimmt jedoch den Druck vom Arbeitnehmer, jeden Job für jeden „Preis“ anzunehmen. Es gibt Eltern die Möglichkeit zu sagen: „Ich bleibe jetzt mal 6 Monate zu hause“. Unser System benötigt nicht mehr 20mio. Arbeitnehmer in DE – die Zeiten sind vorbei und kommen, dank Mechanisation und Automation nie mehr wieder. Es ist also weder möglich, noch nötig, dass alle arbeiten. Also muss dieses Dogma der „klassischen“ Vollbeschäftigung fallen! Jeder, der Arbeiten will darf und soll(!) dieses tun. Er bekommt zus. zum Grundeinkommen noch den Lohn für seine Arbeit, kann sich also mehr leisten (somit Lohnt sich das erbringen von Leistung wieder!). Dieses Einkommen ist natürlich Steuerpflichtig (gem. obigem Satz) und trägt zur Finanzierung bei. Es wird also auch in so einem System „reichere“ geben, da es immer Menschen gibt, die mehr leisten möchten und leisten können – und das ist m.M. nicht verwerflich und gut so. Gleichzeitig gibt es dem Menschen aber auch die Möglichkeit, sich selber zu verwirklichen – was einen enormen Innovationsschub bedeuten dürfte (ich kann ja forschen und experimentieren – meine Existenz ist gesichert!). Die Gesellschaft wird „entschleunigt“, der Druck nimmt ab und es besteht die berechtigte Hoffnung, dass die Gesellschaft sich wieder solidarisiert. Somit dürften z.B. die Gesundheitskosten sinken und das wohlbefinden steigen.

    „Geld“ im Monetären Sinn gibt es immer genug (vor allem im „Fiat money System!)! Die Frage ist nur, wo wandert es hin (aktuell von unten nach gaaanz oben). Dies liegt daran, dass unser aktuelles Geldsystem ein „privates“ System ist! wir dürfen es nur nutzen und finanzieren, können jedoch kaum daran partizipieren (ab und an lässt man einen Tellerwäscher zum Millionär werden, um die Illusion aufrecht zu erhalten, dass es „jeder“ schaffen kann…). Das bedingungslose Grundeinkommen wird übrigens bei uns in der Schweiz ebenfalls diskutiert. Als realistischer Satz wurde bei uns 2500CHF für Erwachsene und 1000CHF für Kinder und Jugendliche angesetzt. Die Finanzierbarkeit wurde für DE und die Schweiz anhand der akt. Zahlen des Haushalts durchgerechnet (von gestandenen Ökonomen und Volkswirten!). Es würde funktionieren und den Staat gewaltig vereinfachen (und ca. 50% der Staatsangestellten überflüssig werden lassen!). Sicher, die Piraten und Deutschland alleine können keinen Systemwechsel herbeiführen können – das ist eher utopisch! Aber die Piraten stehen als einzige dafür ein, dass ALLES anders werden muss – nicht nur der Umgang mit dem Netzt! Sie sprechen eben vom bedingungslosen Grundeinkommen – ein radikaler Wechsel. Sie sprechen von der legalisierung von Betäubungsmitteln (mit zweckgebundener Steuer!), Sie sprechen indirekt über die Reorganisation der Sicherheitspolitik – nicht nur im Netzt (weniger Überwachung, Bevormundung, mehr Eigenverantwortung etc.). Ganz wichtig finde ich ihre Forderung nach Transparenz und ihr vorangehen als Beispiel. Der Staat ist bewusst intransparent aufgebaut, damit der Bürger oder der engagierte Politiker keinen Durchblick bekommen kann! Übrigens haben sie nie von „Gratis Öv“ gesprochen, sondern von „Fahrscheinlosem ÖV“. 🙂
    In der Realpolitik ankommen ist für mich übrigens die politisch korrekte Benennung für Verrat an den idealen, dem Wähler und sich für persönliche Annehmlichkeiten zu prostituieren. Rot grün ist dafür ein sehr gutes Beispiel (Fischers Werdegang, Gasprom Schröder, Hufeisenplan und Balkan, Afghanistan und Irak usw….). Sicher werden auch einige Piraten umfallen (Macht korrumpiert leider einfach). Wichtig ist jedoch, wie die Partei als ganzes auf so etwas reagiert.
    Aus diesen gründen finde ich die Piraten erfrischend und dass Sie ein Chance verdient hat. Dass dies funktioniert benötigen Sie jedoch unsere Unterstützung – nicht nur vor und bei Wahlen, sondern permanent! Wir müssen Sie jedoch auch (wie alle Politiker und Kandidaten!), kontrollieren und an ihre Versprechen und Ideale erinnern, falls etwas mal aus dem Ruder laufen sollte.
    Wäre ich deutscher, würde ich Sie oder eben die PDV als alternative wählen. Was habt ihr (oder was haben wir) zu verlieren? Nichts, denn sind wir ehrlich (gilt auch für die Schweiz!), können Sie es noch mehr verbocken? Können sie uns überhaupt noch enttäuschen, nach mindestens einem Jahrzehnt der politischen Resignation in Folge des Verrats? Ich denke nicht.

  4. modesty schreibt:

    Wenn man Marx und Engels studiert, kommt man nicht dazu, so einen Unsinn über den Kommunismus zu schreiben. Da ist nämlich nirgend davon die Rede, dass irgendwelche Konsumgüter oder Reichtümer beim Staat konzentriert werden müssten, sondern davon, dass es den Staat gar nicht mehr braucht, wenn die Mehrheit der Menschen nicht mehr systematisch von dem, was sie zum Leben brauchen, ausgeschlossen werden. Leider gab es bisher nur wenig überzeugende Ansätze, dieses Ziel zu erreichen. Ein mächtiger, kontrollierender Staat ist genau das, was ein Kommunist nicht will. Die Realsozialisten waren leider schlechte Kommunisten, die hätten lieber mehr Marx studieren sollen, dann hätten sie kapiert, warum das bei ihnen nichts werden kann.

    Insofern fände ich mehr Transparenz auch total gut, insbesondere um aufzuzeigen, warum das mit der tollen Demokratie hier so eine erbärmliche Farce ist. Da sind aber die Piraten keine geeigneten Kanditaten für – sie setzen ja genau auf diese Demokratie. Es wird ihnen gar nichts anderes übrig bleiben, als zu scheitern oder ihre Ideale zu verraten. Oder beides.

  5. Propaghandi schreibt:

    Meinen Sie den Marx, der sich parasitär von seinem engl. Kapitalistenkumpel durchfüttern liess? Meinen Sie nicht den Kommunismus, der alles verstaatlichte (Produktionsgüter) und dann neu zuteilte (Du wirst Metzger in der die Kolchose XY)? Ist es nicht eben der Kommunismus, der „andersdenkende“ nach Sibirien verfrachtete (Jedem nach seinen Bedürfnissen, jeder nach seinen Fähigkeiten) und seinen Bürgern vorschrieb, was sie wann denken dürfen? War es nicht eben dieser Kommunismus, der jedem einzelnen der Doktrin der Partei unterstellte – und einen übermächtigen Staat schuf und an die niedrigsten Instinkte der Menschen appellierte – den Verrat, das Denunziantentum? War es nicht dieser Kommunismus, der den Menschen „umbauen“ (sie redeten von vervollkommnen) wollte (Pablov)?
    Entschuldigung, aber die ach so kapitalfeindlichen Kommunisten wurden alle (ausnahmslos!) von den grössten Kapitalisten ihrer Zeit finanziert. Dies ist ein Historischer Fakt (Lenin, Finanzierung der Okt. Revolution etc.)! Man muss sich nur mal die Zuwendungen währen (!) des Kalten Krieges ansehen, um zu verstehen, wessen Kind der Kommunismus ist (ich meine den realen, gelebten Kommunismus, nicht die schöne, verklärte Utopie!).
    Entschuldigen Sie, wir haben doch keine Demokratie im engeren (griechischen) Sinn. Wir leben in einer Partikratie gepaart mit einer Aristokratie (wobei die Partei bestimmt, wer eben „die besten“ sind!). Die Piraten nutzen das System das wir haben, um die Menschen zu erreichen. Etwas anderes können Sie nicht tun, da dies nicht zielführend wäre und ist! Man muss den Menschen erst zum Nachdenken, zur Auseinandersetzung mit sich und seiner Umwelt bringen, bevor man an einer Veränderung arbeiten kann. Alles andere wäre aufoktriert – oder eben ein neuer „ismus“.

  6. modesty schreibt:

    Die griechische Demokratie war die Herrschaftsform einer Sklavenhaltergesellschaft. Das haben wir zum Glück nicht, obwohl ich Demokratie, selbst direkte, nicht für die bester aller möglichen Herrschaftsformen halte. Demokratie ist immer das Diktat der Mehrheit, was nicht heißt, dass dabei auch heraus kommt, was für die Mehrheit gut ist. Da muss man sich nur mal umsehen.

    Außerdem wüsste ich nicht einen Gelehrten, der nicht parasitär gelebt hätte, in dem Sinne, dass nur der vernünftig forschen kann, der nicht nebenbei noch für seinen Lebensunterhalt arbeiten muss. Marx war da keine Ausnahme, aber das behauptet hier ja niemand. Ihre langweiligen Tiraden gegen das, was gerade westliche Medien heute noch Kommunismus nennen, hab ich schon zigmal in anderen Foren gelesen, bei der FAZ, der Welt, Spiegel online und so weiter. Hier ist ein Forum für Leute mit einer anderen Meinung. Das ist offenbar schwer auszuhalten, aber eine gute Lektion in Sachen Meinungsfreiheit.

  7. Propaghandi schreibt:

    Wie definieren Sie denn Kommunismus? Muss man den Kommunismus / Sozialismus nicht am „gelebten“ System messen – so wie Sie es bei der Demokratie auch tun?
    Es ist ein Unterschied, ob man seine Forschung aus Zuwendungen/Spenden finanziert, oder man ein Parasit ist, der gegen den Kapitalismus schreibt, seinen Lebensunterhalt aber genau von den besagten „Ausbeutern“ finanzieren lässt – und somit DIREKT für die Ausbeutung mit verantwortlich ist! Wieso wurden die Vorzeigekommunisten nicht vom Proletariat unterstützt? Was könnten die Beweggründe der Kapitalisten gewesen sein, den scheinbar „grösten Gegner“ zu finanzieren? Kommt ihnen dies nicht komisch vor? Ist es ihnen egal, wenn besagte gegen ihre eigenen Ideale verstiessen?
    Ich kenne viele Leute persönlich, die die „Segnungen“ des Sozialismus / Kommunismus real erlebt haben (Weissrussland, Ukraine, DDR, Moldavien). Keiner, ausnahmslos KEINER würde so etwas nochmals erleben wollen! Dies heisst nicht, dass alles schlecht war (in keinem System ist alles schlecht), aber Solschenizyns Werke sprechen eine deutliche Sprache

  8. modesty schreibt:

    Wie will man denn in einem kapitalistischen System irgendetwas finanzieren, das nicht auf Ausbeutung beruht?! Ihre Spende oder Zuwendung ist doch genauso parasitär, die fällt schließlich auch nicht vom Himmel, irgendwer hat dafür arbeiten müssen. Und vermutlich nicht der Spender selbst.

    Die Definition von Kommunismus kann man auch einfach bei Wikipedia nachlesen, ich habe da keine spezielle Definition, sondern begnüge mich mit der allgemeinen. Kommunismus ist ein Gesellschaftssystem, in dem die Leute nicht von den Mitteln, die sie zum Leben brauchen, ausgeschlossen werden. Den Leuten gehören die Produktionsmittel, mit denen sie alles, was sie brauchen herstellen können. Und weil jeder Zugang zu den lebensnotwendigen Dingen hat, braucht es keine Staatsgewalt, um Freiheit und Eigentum durchzusetzen – die braucht es nämlich dann, wenn nur eine Minderheit darüber verfügen darf. Das, was Stalin in der Sowjetunion installiert hat, war allerdings kein Kommunismus, auch wenn die Macht der Kapitalisten dort eine Zeitlang gebrochen wurde – was die kapitalistischen Ländern zu enormen Anstrengungen veranlasste, den Ostblock mit allen Mitteln niederzukonkurrieren. Und die Sowjets waren dann auch noch so blöd, sich auf eine Konkurrenz mit dem Westen einzulassen – so geht Kommunismus schon gar nicht. Nein, ich würde das auch nicht haben wollen. Das, was die Faschisten mit Hilfe der Kapitalisten in Mitteleuropa veranstaltet haben, aber erst recht nicht. Und wenn man sich anschaut, wie es den Leuten in weniger glücklichen Gefilden ergeht, die kapitalistisch ausgebeutet werden – die ganzen Hungerlöhner in Südamerika, Asien oder Afrika werden ja nicht von Kommunisten ausgebeutet, sondern von Kapitalisten – dann wundert man sich doch, warum dieser beschissene Kapitalismus noch immer so verbreitet ist.

  9. Propaghandi schreibt:

    Entschuldige Bitte meine Ellenlangen Ausführungen. Ich will nicht den Troll spielen (wirklich nicht!). Ich will Dir auch nichts verkaufen oder dergleichen. Wenn es dich nerven sollte sag dies Bitte – dann bin ich weg! Mir geht es um die Diskussion, den Austausch und nicht um Recht oder unrecht.
    Das Kapitalistische System basiert doch nicht (zwangsläufig) auf Ausbeutung! Ein rein Kapitalistisches System ist nichts anderes als Tauschhandel. Das eingesetzte Geld ist im Prinzip ein Konservierungsmittel für eine erbrachte Leistung (Z.B. 5000 kg Weizen geerntet). Nur, und jetzt kommt der Witz dahinter, wir leben NICHT in einem kapitalistischen, sondern in einem faschistischen System (ich nehme immer die Faschismusdefinition von Benito Mussolini – einem Experten.)! Unser System ist gekennzeichnet durch die Kooperation der Finanzmacht mit der Staatsmacht (gem. Mussolini die Kennzeichen des Faschismus) und deshalb ist Ausbeutung möglich und erwünscht!
    Es ist ein kleiner, aber vom „Geschmack“ her ein gewaltiger Unterschied, ob ich als Proletarier 50€ für Marx spende, oder ob Harriman Brothers Marx 50’000€ in den Rachen wirft! Meine Spende wurde durch meine Arbeit generiert (nach deiner These: durch meine Ausbeutung), die von Harriman durch Zinssklaverei, Wucher und Krieg! Sich vom erklärten „Feind“, von der Wurzel allen Übels finanzieren und aushalten zu lassen?!?!?! Verrat an den Idealen, an der Idee und am Menschen nenn ich das (Wasser predigen und Wein saufen)!
    Menschen sind jetzt nun mal nicht „gleich“. Jeder hat seine Talente, jeder setzt diese anders ein und hat deshalb auch mehr oder weniger Erfolg. Auch die Motivation ist nicht bei allen gleich. Der Mensch ist nun mal ein Individuum – und das in Ordnung so. Das was Sie als „Kommunismus“ beschreiben klingt meiner Meinung nach eher nach Sozialismus – ebenfalls ein kleiner, aber wichtiger Unterschied. Gemein ist beiden Ideen, dass diese einen Mächtigen Apparat – Staat oder auch Partei genannt- benötigen! Der Staat ist die Summe der Bürger / Menschen in einem geographisch klar umrissen Gebiet. Sämtliche Einnahmen fallen an den Staat, da dieser ja auch sämtliche Ausgaben tätigt. Eine „unabhängige“, unhierarchische Gesellschaft von Menschen kann dies gar nicht bewältigen ohne Aufbau gewisser Strukturen (Verwaltung etc.). Dies auch aus dem Grund, weil auch die Bedingungen nicht überall gleich sind – die Voraussetzungen in Bayern sind ganz andere als die in Friesland.
    Das Kapital ist ja ebenfalls ein Produktionsmittel. Also müsste im Prinzip jeder sein eigenes Geld schöpfen können (Freigeld Theorie…). Das „gute“ (Werthaltige Geld) müsste dann nach Theorie das schlechte (säumige Zahler) verdrängen. Nur wurden im Sozialismus, im Kommunismus so wie im Kapitalismus dieser Mechanismus bewusst verboten – wer gibt schon gerne die Macht aus den Händen, nach dem er diese mühsam mit Lug, Betrug, Täuschung und Arrangements mit dem Feind erreicht hat. Die beiden Systeme „Kapitalismus“ (Faschismus) und Sozialismus / Kommunismus haben immer schon zusammen gearbeitet, um die Menschen so effektiv wie möglich beherrschen und ausbeuten zu können (ob die Politiker sich dessen bewusst waren oder sind bezweifle ich). Ja, der Westen hat Afrika zerstört (und das seit über 700 Jahren!)! Aber war der Kommunismus anders? Was taten, Pol Pot, Lenin, Stalin und Mao (hier müsste man sich fragen, weshalb die Amis plötzlich „ihren“ Mann Chian Kai Shek im Regen stehen liessen und so Mao an die Macht hievten)? Genau das gleiche – mit den gleichen Mitteln! Sie nahmen Nahrung als Waffe um andersdenkende Auszugrenzen (wegen Dir hat unser Dorf nichts zu beissen) und widerspenstige Regionen zu zerstören (Zwangsumsiedlugen/ Hunger/ Misswirtschaft etc.) uvm.. Der Kapitalismus hat den Kommunismus erst ermöglich und mit der Finanzierung am Leben gehalten – man benötigte eine Antithese und einen Vorwand für Rüstung und Unterdrückung (Spionage etc.)! Sie gingen Hand in Hand. Das selbe lief ja auch in Südamerika so (bin öfters dort)! Damit man ein Land optimal ausbeuten kann benötigt man immer zwei Pole. In unserem Fall den Kapitalismus und den Kommunismus. Der Kommunismus finanzierte die Guerilla, der Kapitalismus die Contras. Die Guerilla terrorisierte die einfachen Bauern und zwangen diese u.a. Koka anzubauen, dass sie den Kapitalisten (Mafia/Banken/United Fruit Company/etc.) verkauften um den Kampf zu bezahlen. Während dem das Volk im Terror aufgerieben wurde, konnte der Kapitalismus munter wüten und ausbeuten. Schlussendlich haben beide Systeme „gewonnen“ – Der Kapitalismus an Mitteln, der Kommunismus an Einfluss und Ruf (für den kleinen Mann, gegen Imperialismus etc.). Diese Darstellung wurde jetzt stark vereinfacht. Man sieht, an Hegel angelehnt, dass Kommunismus und Kapitalismus nichts anderes als These und Antithese darstellen. Die Synthese ist der Machtzuwachs der Finanziers des Spektakels – die Internationalen Banken, Marx Kapitalistenfreunde und Finanziers!!! Deshalb haben die grössten „Kapitalisten“ den Kommunismus finanziert (und somit kontrolliert!)! Geld ist nur ein Mittel zur Macht und dient dem Ausbau derer. Sobald man ein gewisses Mass an Macht hat, braucht man kein Geld mehr. Hier schliesst sich der Kreis. Deshalb wird heute der Staat dazu missbraucht, die Privilegien einer Minderheit vor dem Zugriff der Mehrheit zu beschützen. Freiheit kann man nicht durchsetzen sondern nur verlieren.
    Es gibt Beispiele dafür, dass Sozialismus funktionieren kann. Eines war Jugoslawien (weggebombt) und das andere ist Libyen (wird gerade weggebombt). Dies wurde / wird durch die allseits beliebte NordatlAntische TerrorOrganisation erledigt – und niemand kümmert es (offiziell).
    Deshalb behaupte ich ja, dass wir nicht in einer Demokratie, sondern einer Partikratie gepaart mit der Aristokratie leben. Übrigens, das NS Regime war (offiziell nicht reell!) Sozialistisch (Volksbetriebe, Volkswagen, Völkische Bewegung usw.), Quasi der Vorgänger der DDR. Ebenfalls ein Witz der Geschichte…

  10. modesty schreibt:

    Na klar war der Nationalsozialismus irgendwie sozialistisch, das steckt in seiner Bezeichnung ja schon drin. In erster Linie wars aber ein Faschismus. Aus NS-Deutschland ist nicht nur die DDR, sondern auch die BRD hervor gegangen. Beide Systeme verstanden bzw. verstehen sich als Demokratien – eine Demokratie-Definition ist wesentlich schwieriger als die von Kommunismus. Ich würde aber sagen, dass wir hier eine Demokratie haben, eine ziemlich typische sogar, denn Demokratie ist nicht per se schon was unglaublich Tolles, das jetzt nur irgendwie falsch gemacht wird. Demokratie taugt im Grunde auch nur für überschaubare Gemeinschaften, in denen jeder sich selbst vertritt und einbringt. In Kombination mit Kapitalismus und aufwendigem Staatsapparat ist es eben auch bloß eine Herrschaftsform, die dafür sorgt, dass der Laden läuft, in diesem Fall, dass die Wirtschaft funktioniert (gerade schwierig) und die Kapitalisten ihr Geschäft machen können. Dass ein rein Kapitalistisches System ist nichts anderes als Tauschhandel sei, ist ein gefährlicher Irrglaube. Für Tauschhandel braucht man nämlich kein bisschen Kapitalismus. Da kann jeder vor sich hinwurschteln und sein Zeug, das er in Eigenregie produziert gegen anderes Zeug tauschen. Das ging zwar ein paar Jahrtausende lang gut, aber so ist es schon lange nicht mehr. Wir leben nämlich Kapitalismus. Und Kapitalismus findet statt, sobald Geld nicht nur Tauschmittel ist (als solches wird es gern verklärt, das ist aber Unsinn) sondern Kapital wird, also Geld, das investiert wird, um am Ende mehr Geld zu werden. Das ist der eigentliche Zweck von Kapital und alles andere findet nur zu diesem Zweck statt, egal, was in der Werbung und im Wirtschaftsunterricht oder in Internetforen behauptet wird. Und alles endet immer damit, dass der Kapitalist den Profit in seine Tasche steckt, für den irgendwer anders gearbeitet hat. Das ist Ausbeutung. Auch wenn sie sich hier für einige nicht so schlimm anfühlt. Da muss man nur mal einen Ein-Euro-Jobber oder einen Geringverdiener fragen, oder meinetwegen auch eine gutbezahlte Führungskraft, die mit Burnout oder Herzinfarkt in der Klinik landet. Die allermeisten Menschen arbeiten, weil sie keine andere Wahl haben, ihre Existenz zu sichern, und nicht weil sie sich selbst verwirklichen wollen oder was sonst noch an Hirnriss behauptet wird. In einer vernünftigen Gesellschaft, in der es nicht mehr um Geld geht, könnten die Leute dann endlich Dinge tun, die sie gern tun, oder auch solche, die sie nicht so gern tun, aber wissen, dass sie getan werden müssen. Und die ganzen Dinge, die schlecht für Umwelt und Mitmenschen sind, einfach lassen. Im Kapitalismus undenkbar.

  11. Schon seit längerem hatte ich vor, in diesem faden einen ausführlicheren kommentar darüber zu schreiben, was für menschenfreunde hinter der in dieser diskussion angepriesenen PDV, also »Partei der Vernunft«, stecken, bei namen wie Mülltonn Friedmann oder so, sollten einem ohnehin die ohren klingeln. Aus zeitgründen hab ich das aber nicht geschafft.

    Inzwischen muß ich aber dazu gar nichts mehr schreiben, das hat Jens Berger in den nachdenkseiten längst erledigt, zwar ist der artikel inzwischen mehr als einen monat alt, aber auch im hinblick auf den vergangenen FDP-parteitag immer noch empfehlenswert:

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=10973

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