Hurra, wir werden Klima-Katastrophen-Weltmeister!

Die einen produzieren jede Menge heiße Luft, die anderen müssen damit leben: Obwohl seit Jahren bekannt ist, dass es dem Klima, der Umwelt und der Menschheit nicht gut tut, wenn immer mehr CO2 in die Luft geblasen wird, wird immer mehr CO2 in die Luft geblasen.

Trotz des ganzen Geredes von Energieeffizienz oder gar vom Energiesparen steigt der Energieverbrauch immer weiter an. Im vergangenen Jahr wurde der stärkste Anstieg der Emissionen seit den 50er Jahren verzeichnet – und zwar nicht nur, weil die Wirtschaft in asiatischen und lateinamerikanischen Ländern kräftig wächst. Auch ohne den für das kapitalistische Wirtschaftsssystem nötigen Wachstum wird immer mehr Energie verschleudert: pro Euro Wirtschaftsleistungen soll der CO2-Ausstoß um 0,6 Prozent zugenommen haben, wie die fleißigen Energie-Experten von der Internationalen Energie-Agentur IEA ausgerechnet haben.

Weltweit sind die Subventionen für den Verbrauch fossiler Energieträger trotz anderslautender Lippenbekenntnisse irgendwelcher Regierungen gestiegen anstatt gesunken. Und, das muss in diesem Zusammenhang auch erwähnt werden, der durch die furchtbare Atomkatastrophe von Fukushima erzwungene Ausstieg aus der Atomenergie, den die Bundesregierung schweren Herzens nun doch irgendwie beschlossen hat, wird ebenfalls dazu führen, dass noch mehr CO2 ausgestoßen wird. Denn die abgeschalteten AKW werden vor allem durch mehr Gas- und Kohlkraftwerke kompensiert und nicht durch regenerative Energien wie Sonnenenergie, Wind- oder Wasserkraft oder gar durch den ernsthaften Versuch, wirklich Energie zu sparen.

Da muss man sich nur auf dem Automarkt umsehen: Moderne Modelle mit starkem Motor und Klimaanlage verbrauchen heute im Durchschnitt mehr Sprit als die bescheideneren Autos vergangener Jahrzehnte. Das Drei-Liter-Auto von VW, der Lupo 3L TDI, der vor gut 10 Jahren auf dem Markt kam, war zugegebenerweise nicht besonders sexy und entsprechend ein totaler Verkaufsflop. Und man muss schon ein extrem hartgesottener Ökofreak sein, um auf dem Land auf ein Auto zu verzichten – der öffentliche Nahverkehr ist in gerade in ländlichen Regionen so unflexibel, schlecht und teuer, dass vielen Menschen gar nichts übrig bleibt, als am Ende doch wieder ins Auto zu steigen.

Auch sonst ist es mit der ganzen Energiesparerei nicht so einfach – den einzelnen Bürgern werden zum Teil absurde Maßnahmen aufgezwungen, etwa, dass sie für teuer Geld ihre Häuser warm einpacken und hässlich-giftige Energiesparlampen kaufen müssen, während die industriellen Großverbraucher mit günstigen Sonderkonditionen und schwunghaftem Ablasshandel weiter Energie verschwenden dürfen, solange sie nur zum heiligen Wirtschaftswachstum beitragen.

Während die Ressourcen schwinden und die Klima-Katastrophe in Form von Dürren hier und Überschwemmungen dort schon längst statt findet, wird also mehr Energie verbraucht als je zu vor. Der Energiehunger führt unter anderem dazu, dass statt Nahrungsmitteln Energiepflanzen angebaut werden, also noch mehr Hunger produziert wird. Außerdem wird großflächig Landschaft und damit Lebensraum zerstört, nicht nur im Kohletagebau, sondern beispielsweise auch wegen der Ölgewinnung aus Teersänden.

Aber die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft raufen sich weder die Haare, noch sich zusammen, sondern sorgen sich nur um das Wohl ihrer jeweiligen nationalen Volkswirtschaften: mehr produzieren, mehr exportieren, mehr wachsen. Besser sein als die anderen. Mehr haben, mehr verschwenden, mehr zerstören. Hauptsache, wir werden wieder Exportweltmeister. Während hierzulande derzeit irrsinnige Summen investiert werden, um den Euro zu retten, bleibt nichts mehr übrig, was investiert werden könnte, um die Welt zu retten. Vermutlich wird sich das auch nicht ändern, bis den Bankern, Investoren und Börsenhändlern in ihren klimatisierten Büros ganz oben im Wolkenkratzer das Wasser bis an den Hals reicht.

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Über modesty

Akademisch gebildetes Prekariat. Zeittypische Karriere: anspruchsvolle Ausbildung, langwieriger Berufseinstieg, derzeit anstrengender, aber schlecht bezahlter Job mit unsicherer Perspektive. Vielseitige Interessen, Literatur, Film, Medien, Wissenschaft, Politik, Geschichte, Gesellschaft, Zeitgeschehen. Hält diese Welt keineswegs für die beste aller möglichen, hofft aber, dass sie besser werden kann. Möchte gern im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten dazu beitragen.
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3 Antworten zu Hurra, wir werden Klima-Katastrophen-Weltmeister!

  1. P-G schreibt:

    Sehr schön, aber nur, wenn man der nicht bewiesenen Behauptung glaubt, dass CO2 für einen Klimawandel verantwortlich ist. Das Klima der Erde hat sich immer schon gewandelt, zeitweise waren sogar die Polkappen eisfrei. In Mauretanien gab es Urwald und Flüsse, während es heute dort nur Wüste gibt. Wenn man jetzt das CO2 mit seinem Bestandteil in der Luft und die Menge, die von Menschen verursacht wird, ins Kalkül zieht, wird sich dem interessierten Leser schnell erschliessen, dass es auch ohne menschlich verursachten CO2 Ausstoss zum Klimawandel kommt. Nur, dafür könnte man keine Steuern kassieren, oder Verbote erlassen, oder Panikmache betreiben. Die CO2 Klimalüge ist ein weiteres Mosaik zur Bevölkerungskontrolle, dieses Licht sollte allen einmal aufgehen. Nichtsdestotrotz sollte jeder alleine aus Kostengründen, die übrigens künstlich hoch gehalten werden, und der Nachhaltigkeit und aus Gründen der Recourcenschonung seine Umweltbelastungen möglich gering halten. Das beinhaltet dann aber den Verzicht auf Palmöl, den Import von Lebensmitteln, die auch lokal zu erwerben sind, Meidung von Konzernprodukten, usw. Der Fleischer, der Vieh aus der Region verarbeitet, welches nicht wegen EU- Fördermittelerhalt 3 mal durch Europa gekarrt wird, um denn in der Fleischtheke des Discounters zu landen sind dann ebenso verboten, wie Elektronik aus Asien oder 19-€ Flüge zum Wochenendschopping nach Mailand. Die deutschen Bemühungen zur CO2 Ausstossreduktion beschränken sich auf die privaten PKW und die privaten Wohngebäude. Hier kann man den Bürger schön abzocken. Die Industrie oder die öffentliche Hand, die ja die Gesetze macht, sind aussen vor. Weltweit wird gar nicht erreicht. China, USA und andere Staaten haben sich längst von Klimazielen durch CO2 Reduktion verabschiedet. Unsere alten Autos fahren in Osteuropa oder Afrika weiter, was solls, hauptsache der Deutsche hat investiert, ob das neue Auto in der Gesamtbilanz CO2 günstiger ist, als wenn der klimabesorgte Michel sein Vehikel noch 8 Jahre mit höherem Verbrauch gefahren hätte, überlasse ich den klugen CO2 Erbsenzählern.

    • modesty schreibt:

      Natürlich hat sich das Klima schon immer gewandelt, auch ganz ohne Menschen. Aber so rasant und für Menschen unangenehm wie das jetzt der Fall ist, war es aber noch nie. Insofern ist die Behauptung, dass der menschliche CO2-Ausstoß für den derzeitigen Klimawandel keine Rolle spielt, einfach lächerlich. Dass damit auch wieder ein Geschäft gemacht wird, steht auf einem anderen Blatt – so geht es halt zu im Kapitalismus. Dieses System ist übrigens schon Bevölkerungskontrolle genug, weil es immer mehr Arme an der Teilhabe am vorhandenen Reichtum in dieser Welt ausschließt – wer verhungert, vermehrt sich nicht mehr. Da braucht es keine CO2-Lügen und ähnlichen Unsinn – Kapitalismus an sich ist schlimm genug. Das sieht man ja an den viel zu niedrigen Kosten für Flüge oder Fleisch und den viel zu hohen Kosten für vernünftige Dinge – der totale Irrsinn, der aber BWL-technisch genug Sinn macht, als dass irgendwer daran verdient. Insofern will ich weder Erbsen, noch irgendwelche CO2-Moleküle zählen, sondern schlicht darauf aufmerksam machen, dass derzeit einiges verdammt schief läuft.

  2. Mecky schreibt:

    uns wird es ja nicht mehr betreffen,aber ich garanziere jedem, das es die menschheit in 1000 jahren nicht mehr geben wird!.

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