Skandal: Justin Bieber lässt seine Oma Zementsäcke schleppen!

Normalerweise mache ich mir nichts aus Promi-News und schon gar nichts aus Teenie-Stars. Aber diese Skandal-Nachricht aus dem Stern ließ mich dennoch aufhorchen. Es ging um dieses kanadische Föhn-Pony-Modell namens Justin Bieber, der mit ein bisschen Hüpf-hüpf, Quäk-Quäk und den Videos davon auf Youtube schon im zarten Alter von deutlich unter 18 Multimillionär wurde. Und sich derzeit mit allerlei Luxusproblemen rumschlagen muss, wenn er beispielsweise mit seinem Ferrari die Hondas anderer Leute anschubst oder ohne Ferraris sonst irgendwelche Leute, so dass er irgendwelche Vaterschaftsklagen am Hals hat (lächerlich, wer will denn schon mit so einem Bubi ins Bett?) und dergleichen mehr. Ein total hippes Jetset-Leben halt, wie es Millionen Teenies gerne leben würden, aber man weiß ja, reich zu sein hat auch seine Schattenseiten.

Das alles kann man schon als Skandal empfinden, wenn man es drauf anlegt, aber die eigentliche Skandalgeschichte soll sein, dass Justin Biebers arme Großeltern (Kathy Bieber, 54, und George Bieber, 63) am Rande des Existenzminimums dahin vegetieren müssen – obwohl sie doch so einen niedlichen und schwerreichen Enkel haben. Die angeblich total liebevollen Großeltern leben im kanadischen Ontario, wo Oma Kathy Acht-Stunden-Schichten in einer Zementfabrik in Stratford schieben muss. Denn Opa George kann nach Rückenverletzung seit einigen Monaten nicht mehr arbeiten. Und mit der Rente steht es offenbar nicht so doll, man weiß ja, Finanzkrise und so.

Der Stern weiß sogar, dass die arme Oma für 18 Dollar pro Stunde muss 20 Kilo schwere Zementsäcke hochheben und in einen großen Mixbehälter ausleeren muss. Und das auch noch in einer Fabrikhalle, die häufig überhitzt sei. Schön ist das natürlich nicht, aber andere Menschen müssen unter solchen Bedingungen auch ein ganzes Leben lang arbeiten, ohne dass irgendjemand der Ansicht wäre, dass das ein Skandal sei.

Natürlich würde ich meiner Oma auch nicht wünschen, dass sie unter solchen Bedingungen für ihren Unterhalt schuften muss. Aber das Leben ist hart und ungerecht. Ich finde es auch skandalös, dass man mit einem bisschen auf der Bühne rumhüpfen und schlechte (meinetwegen auch mittlere oder gar gute) Songs trällern Millionen scheffeln kann. Ob man seiner Oma am Ende etwas davon abgibt oder nicht.

Warum kann ein Teenie mit Pillepalle einen solchen Haufen Geld verdienen, wie ihn andere mit harter Arbeit im Leben nicht verdienen können? Das ist wirklich ein Skandal, aber darüber regt sich keiner auf. Sondern nur darüber, dass der verwöhnte kleine Fratz im Maßanzug nicht an seine armen Großeltern denkt.

Dabei haben wir haufenweise solcher Fratzen auch bei uns – sie sind vielleicht nicht ganz so reich und ganz so gut geföhnt, aber dafür meistens in der FDP. Von denen würde auch keiner die Zementsäcke für Oma schleppen. Im Gegenteil, die würden ihrer Oma bestimmt noch eine kapitalgedeckte Lebensversicherung mit mindestens 35 Jahren Laufzeit aufschwatzen und sie dann am Bett festbinden, um auch noch das Pflegegeld zu kassieren.

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Über modesty

Akademisch gebildetes Prekariat. Zeittypische Karriere: anspruchsvolle Ausbildung, langwieriger Berufseinstieg, derzeit anstrengender, aber schlecht bezahlter Job mit unsicherer Perspektive. Vielseitige Interessen, Literatur, Film, Medien, Wissenschaft, Politik, Geschichte, Gesellschaft, Zeitgeschehen. Hält diese Welt keineswegs für die beste aller möglichen, hofft aber, dass sie besser werden kann. Möchte gern im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten dazu beitragen.
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6 Antworten zu Skandal: Justin Bieber lässt seine Oma Zementsäcke schleppen!

  1. Laura schreibt:

    An deiner Stelle würde ich mich mal ein bisschen zurück halten und nicht mutwillig über andere Menschen urteilen. Über Justin Bieber kann man streiten, ob man findet er hat Talent, hat jeder seine eigene Meinung. Jedenfalls hat er mehr erreicht als du es jemals erreichen wirst.

    • modesty schreibt:

      Ich will mich gar nicht über Justin Bieber streiten, sondern über die Tatsache, dass es ein Skandal ist, wenn Menschen für eine Handvoll Dollar (oder Euro) hart arbeiten müssen. Das ist nämlich der eigentliche Skandal, und nicht, ob Justin Biebers Oma das auch tun muss oder nicht. Und da muss ich kein bisschen zurück halten, Gegenteil. Ob Justin Bieber Talent hat oder nicht, ist mir völlig schnuppe.

    • pantoufle schreibt:

      Talent ist etwas anders gebaut als Geschmack. Das hat man oder auch nicht – Geschmack darf jeder haben. Die Anzahl der Fans ist der unsicherste Maßstab für Talent.
      …und das mit dem „erreichen“: Ich habe z.B. einen Hund, der mich von Herzen liebt! Und Bieber? Hat er einen? Na?

  2. Laura schreibt:

    So bissige Bemerkungen wie „lächerlich, wer will denn schon mit so einem Bubi ins Bett?“, „dieses kanadische Föhn-Pony-Modell namens Justin Bieber, der mit ein bisschen Hüpf-hüpf, Quäk-Quäk und den Videos davon auf Youtube schon im zarten Alter von deutlich unter 18 Multimillionär wurde“ und viele weitere dieser Art sind einfach nicht nötig und vollkommen am eigentlichen Thema vorbei. Du lässt dich mehr über ihn aus als dass du etwas zu dem sogenannten „Skandal“ sagst.

  3. modesty schreibt:

    Okay, ein Fan bin ich nicht. Und das hier ist auch kein Justin-Bieber-Fan-Forum und wird nie eins werden. Der Artikel hätte mir aber viel weniger Spaß gemacht, wenn ich die deiner Ansicht nach unnötigen Passagen nicht geschrieben hätte. Ich bin in meinem Blog auch nicht nett zu Kristina Schröder, zur Jungen Union oder der FDP-Boygroup. Und das mit voller Absicht!

    In einem Punkt hast du allerdings recht, und deshalb entschuldige ich mich bei allen Mädels unter 18, die bestimmt gern die Freundin von Justin Bieber wären. Aber nur bei denen.

  4. Und wo war die »Stern«-schlagzeile

    Skandal! DauergrinserIn läßt Menschen für unter 5 € malochen!

    Das schreibt der »Stern« selbstverständlich nicht. Das ist schließlich »nur« der weg, der als »normal« angesehen wird, den der größte teil seiner fans gehen wird.

    Den jungen mann, um den es in diesem artikel geht, kenne ich nicht und ich möchte mir definitiv kein urteil darüber bilden, ob er talentiert sei oder nicht, weil das egal ist. Das ist die »lottomentalität«, die in diesem gesellschaftssytem: der eine gewinnt den jackpott, während die anderen leer ausgehen.

    Da ist nichts mit der vielgepriesenen »leistung« oder so. Wenn ich morgens in der s-bahn fahre, ist da manchmal ein sänger, der eine wunderschöne stimme hat – so kann kein junger mann singen, weil man jahrelang gesang studieren muß, um so singen zu können. In dieser gesellschaft ist es kein skandal, daß solche leute betteln gehen müssen.

    Ich bin dafür, daran grundlegendes zu ändern.

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