Die Lebenslüge der Bio-Industrie

Haha, wer sagt’s denn – die Stiftung Warentest hat mal wieder Waren getestet, dieses Mal Kartoffelchips. Ganz nebenbei: Ist es nicht ganz schön peinlich für unser Wirtschaftssystem, dass es überhaupt Warentester geben muss, damit der Betrug am Kunden nicht völlig aus dem Ruder läuft?! Angeblich überbieten sich die Anbieter doch im Kampf um König Kunde gegenseitig an Qualität bei günstigen Preisen – jedenfalls wird es in der Schulbuchbeschreibung unserer Wirtschaft so dargestellt. Offenbar gibt es aber immer ein paar Cleverles, die sich denken, dass es ganz schön blöd wäre, den Kunden zu verkaufen, was sie erwarten, wenn es doch genügt, sie glauben zu lassen, dass sie für den verlangten Preis auch die erwartete Qualität bekämen.

Für alle Freunde des Krötenschluckens: Die hier ist garantiert bio!

Für alle Freunde des Krötenschluckens: Die hier ist garantiert bio!

Eine besonders hübsche Wiese für das Spiel mit der Kundenerwartung sind Bioprodukte. Natürlich müssen ernsthafte Bioerzeuger für ihre Bioprodukte mehr verlangen, weil sie in der Regel auch mehr Arbeit in ihre Produkte investieren müssen als konventionelle Erzeuger. Auch wenn Bioäpfel oder Biosalat sich am Ende bei Vitamin- und Schadstoffgehalt kaum von herkömmlichen Obst und Gemüse unterscheiden, so ist es oft doch eine andere Wirtschaftsweise, die die Konsumenten von Bioprodukten mit den höheren Preisen, die sie zahlen, unterstützen wollen. Wobei sie sich schon klar machen sollten, dass auch Bio ein Geschäftsmodell ist, das im Kapitalismus aufgehen muss.

Und so kommt es, dass im Bioregal vom Supermarkt nebenan biologisch angebauter Knoblauch auch China oder Bio-Bohnen aus Afrika verkauft werden, was schon ein bisschen absurd ist, angesichts der vielen Kilometer Transportweg, die das Label „bio“ infrage stellen sollten – und man darf sich ruhig auch fragen, warum das Biozeug aus fernen Ländern trotzdem noch billiger ist, als das Biozeug vom Biohof in der Region.

Genauso darf man sich fragen, was man von Bio-Produkten erwarten sollte, die schon von ihrem Konzept her völlig unbio sind – etwa Tiefkühlpizza oder eben Kartoffelchips. Wobei ich gar nichts gegen Tiefkühlpizza oder Kartoffelchips an sich habe, ab und zu ist es halt bequem, nur schnell mal eine Pizza in den Ofen zu schieben. So ist das eben mit der modernen Lebensweise, man hat wenig Zeit für die liebevolle Zubereitung von Mahlzeiten, also frisst man auch mal Fertigfraß. Aber der bleibt auch Fertigfraß, wenn man ihn zu absurden Preisen aus der Tiefkühltruhe im Bioladen geholt hat. Wenn ich eine „Biopizza“ will, dann mache ich einen vernünftigen Hefeteig und belege den liebevoll mit Zutaten, die nicht mal vom Biomarkt sein müssen, aber frisch und lecker. Ich wette, dass der selbstgeriebene Käse aus dem Sonderangebot immer noch besser ist, als das Zeug, das der Tiefkühlkosthersteller nach zahlreichen Kostenoptimierungen als Schmelzmasse auf seine Pizza streut.

So, genug des Exkurses, zu den Kartoffelchips und der Stiftung Warentest. Die hat nämlich herausgefunden, dass teure Chips nicht unbedingt besser sind als billige. Die Biochips allerdings sind alle durchgefallen – nicht nur, weil sie alt, ranzig und pappig schmecken. Ihr Zutatenverzeichnis verschweigt außerdem, das sie geringe Anteile von Palmöl oder Palmfett enthalten. Das fanden die Tester gar nicht gut, denn diese Fette sind alles andere als bio.

Das zeigt einmal mehr: Bio ist nicht besser, sondern eine Illusion, mit der sich die Kunden ein besseres Gewissen erkaufen. Vielleicht ist der miese Geschmack der Biochips dabei sogar ein Teil des Selbstbestrafungsprogramms, weil man ja eigentlich weiß, das Kartoffelchips an sich nicht unbedingt idealer Bestandteil einer gesunden Ernährung sind und man sich auf diese Weise daran hindert, zu viel davon zu essen. Aber warum dann überhaupt Chips essen?!

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Über modesty

Akademisch gebildetes Prekariat. Zeittypische Karriere: anspruchsvolle Ausbildung, langwieriger Berufseinstieg, derzeit anstrengender, aber schlecht bezahlter Job mit unsicherer Perspektive. Vielseitige Interessen, Literatur, Film, Medien, Wissenschaft, Politik, Geschichte, Gesellschaft, Zeitgeschehen. Hält diese Welt keineswegs für die beste aller möglichen, hofft aber, dass sie besser werden kann. Möchte gern im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten dazu beitragen.
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17 Antworten zu Die Lebenslüge der Bio-Industrie

  1. Das wär ja schön, wir müßten überhaupt keine kröten schlucken – es ist ein grasfrosch.

  2. modesty schreibt:

    Das kann ich allerdings bestätigen!

    • Meine biologie-lehrerin wäre damit überfordert gewesen. Sie sprach von »blattgrünteilchen«. Irgendwann bemerkte ich genervt, daß normalmenschen da von »chlorophyll« sprechen, womit ich natürlich sofort eine »freundin« gewonnen hatte.

  3. helmut-1 schreibt:

    Da fällt mir die uralte Story von den Amis ein, wo es damals um die Zahnpaste ging. Das war irgendwann in den 60er Jahren (ist schon eine Weile her). Da war in den USA die Zahnpasta-Mode derart ins Kraut geschossen, daß die Leute ganz verrückt auf die grüne Zahnpaste waren, – komplett grün oder mit grünen Streifen, – egal. Man nannte das damals „Chlorophyll-haltige Zahnpaste“, was ohnehin ein Quatsch ist.
    Das Problem war, – es gab einen Zahnpasta-Produzenten, der zu spät diese „grüne“ Vorgabe erkannt hatte und sich nicht mehr mit Aussicht auf entsprechende Gewinnerwartung umstellen konnte. Er hatte einfach den Zug verpaßt und konnte nur weiße zahnpaste produzieren.
    Trotzdem wollte der Firmeninhaber nicht klein beigeben. Er hatte damals einige Werbemanager beschäftigt. Am Schluß sagte er,- daß nur derjenige in der Firma bleiben könne, der ein geniales Werbekonzept als Ausweg für die derzeitige Krise vorlege.
    Einer ist geblieben. Sein Werbekonzept?
    „Kaufen Sie nur die Zahnpaste der Firma …. Es ist die einzigste Zahnpaste der Welt, die auch nach längerem Lagern nicht grün wird…“
    Die vorgenannte Reportage erinnert mich an diesen Gag. Warum? Weils ja doch aufs selbe herauskommt, – die Leute einfach für blöd zu verkaufen. Man muß nur wissen, wie.

  4. EuroTanic schreibt:

    Der Normalo braucht solchen Selbstbetrug um nicht verrückt zu werden. Mit Biopizza, Ökostrom und der Spende an den WWF glaubt der Normalo seine Seele freikaufen zu können ohne zu hinterfragen. Das ist genauso dumm wie damals mit den Ablassbriefen der Kirche. Hauptsache mann muss nicht selber denken oder Verantwortung übernehmen. Der Mensch hat sich in den Jahrhunderten nicht geändert. Einfach nur traurig.

  5. Ibrahim schreibt:

    Die meisten Bioprodukte sind zu einem faulen Kompromiss verkommen, der es denjenigen, die es nicht geschafft haben, die traurige Realität der konventionellen Lobby-Agrarindustrie dauerhaft zu ignorieren, weiterhin ermöglicht, ihrem bisherigen Lebensstil zu frönen – nur ohne schlechtes Gewissen. Insofern muss ich dem Autor recht geben.

    Trotzdem halte ich den Umstieg auf Produkte mit Biolabel für einen sinnvollen Zwischenschritt hin zu einer wirklich verantwortungsbewussten Lebensführung. Auf die Erkenntnis, dass auch Bio-Palmöl niemals bio sein kann, dass auch Bio-Schweine in herkömmlichen Schlachthöfen massakriert werden und außerdem wertvolle Ressourcen verbrauchen, die andere Menschen zum Überleben bräuchten, dass auch Bio-Strom irgendwie hergestellt und dafür ebenfalls wieder auf äußerst unbiologische Weise Ressourcen verbraucht werden etc., sollte jeder Mensch, der den Mut hat, sich seines Verstandes zu bedienen, irgendwann selbst kommen.

    Diese Erkenntnis öffnet den Blick auf das Große Ganze: Als Endverbraucher spielen wir die entscheidende Rolle bei ALLEN wirtschaftlichen Vorgängen, an denen wir durch die Zahlung von Geldern teilhaben. Was wir kaufen, stützen und unterstützen wir und erklären uns stillschweigend, aber ausdrücklich damit einverstanden.

    Was also bleibt, wenn ein Mensch feststellen muss, dass der Biogedanke in weiten Teilen, vorallem in der Discounterbranche, schon wieder zu lebensfeindlicher Konzernpolitik verkommen ist? Nur noch der VERZICHT. Verzicht auf Fleisch, Verzicht auf Fernost-Plastik, Verzicht auf den neuen SUV, Verzicht auf BIO-SPARGEL IM DEZEMBER, AUS PERU FÜR 2,99 PRO KILO (omg…), … Freiwilliger Verzicht, der das eigene Leben durchputzt wie nichts Gutes, und die Motivation, auf echte Alternativen umzusteigen, wächst ebenso wie der Druck auf die Politik, die immer noch nichts anderes im Sinn hat, als dem Geld in den A… zu kriechen.

    Wahre Veränderung kommt von innen und nicht von Aldi.

    • @ Ibrahim

      Jedem steht es frei, auf alles zu verzichten, wovon er denkt, daß er es nicht bräuchte. Jedoch habe ich den eindruck, daß Du die »macht des endverbrauchers« nicht richtig einschätzt.

      Die von Dir kritisierten billigprodukte gibt es nicht, weil die leute nicht bescheiden genug leben würden und mehr verzichten sollten, sondern weil LOHNARBEIT VON VORN HEREIN VERZICHT BEDEUTET: mit jedem cent muß man kalkulieren, wie man über den monat kommt, das bedeutet, daß man ständig einteilen und verzichten muß. Darauf reagiert der markt – von den meisten dingen gibt es varianten für kleinere geldbeutel. Das wird keinesfalls von den leuten organisiert, die hier für wenig geld ihr dasein fristen müssen, sondern von denen, die auch mit den ärmeren leuten noch ein geschäft machen wollen.

      Die bio-produzenten nutzen die nachfrage zu geschäftszwecken, genau wie konventionelle anbieter auch und deren produkte sind genau so für den verkauf bestimmt und NICHT zum essen gedacht.

      Für etwas anderes wird in unserem wirtschaftssystem, das selbstverständlich das beste der welt ist, nicht produziert.

      • Ibrahim schreibt:

        @Mechthild

        Ich verstehe leider nicht ganz, worauf du hinaus willst (bioProdukte sind nicht zum Essen gedacht…?), aber ich danke dir für deine Antwort!
        Vielleicht drücke ich es mal deutlicher aus: Mir geht es buchstäblich darum, dieses unser weltbestes Wirtschaftssystem wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen, und zwar durch gezielt gesetzte, massenhafte Boykotte.

        Zigtausende von Jahren hat der Mensch überlebt, ohne Monsanto, Commerzbank und Smartphone, und auf einmal ist er existentiell abhängig von einem kapitalistischen Umverteilungsapparat?? Das ist Brainwash reinsten Wassers!

        Die dt. Kleinstadt, in der ich lebe, verfügte zur Wende des 19./20. Jahrhunderts bei einer Bevölkerung von wenigen tausend Einwohnern nebst anderem Gewerbe über 23 (!) Schuster und 12 (!) Brauereien. Alle waren in privater Hand und langjährige Familienbetriebe. Außerdem bewirtschaftete jeder Haushalt einen eigenen Garten zur Selbstversorgung. Kleinvieh wurde auf Gemeindeflächen gehalten. Auf diese Weise überstand das Städtchen die beiden Weltkriege und die Große Depression der 1920er Jahre ohne Probleme.

        Die Schuster sind alle tot und begraben, und von den Brauereien ist nicht einmal mehr ein Gebäude erhalten geblieben. Dafür gibt’s jetzt Schuhe nur noch von Deichmann, Becks-Plörre in allen erdenklichen Farben und eine Tafel e.V., vor der die Warteschlangen von Jahr zu Jahr länger werden.

        Was wir bezahlen, unterstützen wir, egal in welcher Situation wir persönlich stecken. Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, als (fast) alle noch gutes Geld für ihre Arbeit bekommen haben und trotzdem zum Discounter gelaufen sind. Sogar die Provinz-Haute-Volée hat bei Aldi gekauft!! Der kleine Bioladen dagegen musste mangels Kundschaft wieder dicht machen. Da hatte leider wieder mal unsere Gier entschieden – der „kleine Mann“ unterscheidet sich nicht allzu sehr vom „großen“. Die jetzige Lage haben wir gemeinsam erschaffen, „die“ durch ihre glitzernden Honigfallen, und wir durch unser blindes Hineintappen und Um-keinen-Preis-wissen-wollen.

        In einem lateinamerikanischen Land musste vergangenes Jahr die letzte McDonalds-Filiale schließen. Die Leute wollten den Dreck nicht fressen – so einfach kann es sein! Das ist die Veränderung, die ich mir nicht nur für Deutschland, sondern für die ganze Welt wünschen würde. Deshalb fange ich bei mir selbst an.

        Liebe Grüße

        Ibrahim

      • modesty schreibt:

        Vielleicht kann ich das erklären: Bioprodukte, überhaupt Nahrungsmittel werden im kapitalistischen System tatsächlich nicht hergestellt, damit die Leute sich davon ernähren können – das man das Zeug auch essen kann ist sozusagen nur das „Abfallprodukt“. Die Hauptsache ist, dass damit Geld verdient wird. Genau deshalb kommt es ja immer wieder auch von glühendsten Vertretern unserer freien Marktwirtschaft verurteilten „Wegwerforgien“ – die finden nämlich nicht nur in Privathaushalten statt, wenn man sich beim Einkaufen verkalkuliert hat, sondern im großen Stil gleich bei den Erzeugern, die Tomaten oder was auch immer lieber tonnenweise wegwerfen, wenn sie sie nicht verkaufen können, als sie zu verschenken, damit die Preise nicht noch weiter runter gehen. Ein Lebensmittel hat in diesem System seinen Zweck erfüllt, wenn es mit Gewinn verkauft wurde. Ob es auch gegessen wird, ist völlig zweitranging.

        Und: Niedrige Preise mögen zwar gut für Niedrigverdiener sein, für die Erzeuger sind sie aber schlecht. Es ist gar nicht so lange her, da haben auch die deutschen Landwirte bei Protestaktionen gegen die niedrigen Milchpreise ganze Tankwagen voller Milch aufs Feld gefahren oder in den Abfluss gekippt. Warum werden die Landwirte in der EU (und den USA übrigens auch, obwohl die Amis ja sonst Eingriffe in den Markt scheuen, wie der Teufel das Weihwasser) denn so massiv subventioniert? Damit sie überhaupt noch produzieren – denn wenn noch mehr Landwirte aufgeben, ist tatsächlich die Nahrungsmittelsicherheit nicht mehr gegeben, und das wollen die Regierungen natürlich auch nicht. Die Leute müssen schon was zu beißen haben – und zwar zum niedrigen Preis – damit sie auch morgen noch das Bruttosozialprodukt steigern können. Dass dabei mit allerlei Tricks gearbeitet wird, um die Leute möglichst billig abzufüttern, ist klar, weil so viele daran verdienen wollen und müssen. Deshalb sind im Erdbeerjoghurt keine Erdbeeren und das Brot besteht hauptsächlich aus Füllmitteln, Emulgatoren zur leichteren Teigverarbeitung und Schimmelhemmern, damit der Dreck nicht schon im Regal verdirbt.

        Trotzdem ist die immer wieder geübte Konsumentenbeschimpfung ungerecht: Wer vom Hartz-IV-Satz oder vom Niedriglohn eine Familie durchfüttern muss, kann eben nicht im Biomarkt einkaufen – die Lebensmittel dort sind einfach zu teuer für weite Teile der von Staats wegen systematisch verarmten Bevölkerung. Natürlich kann man an dieser Stelle argumentieren, dass man selbst mit wenig Aufwand doch leckeres Essen aus gesunden Zutaten selbst herstellen kann, und das ist ein Punkt, der tatsächlich vernachlässigt wird, weil inzwischen viele Menschen nicht mehr wissen, wie das geht. Aber ich behaupte, dass auch das so gewollt ist, denn je dümmer und abhängiger die Konsumenten sind, desto besser für die Wirtschaft, die den Leuten ihren Billigscheiß mit größerer Gewinnspanne verkaufen kann. Und selbst wenn die Leute auf hochwertige Lebensmittel bestehen sollten: Am Geschäftsmodell an sich ändert das doch nichts! Insofern ist es eine ziemlich naive Vorstellung, dieses System, welches keineswegs das weltbeste ist, mit Konsumentenkraft wieder auf die Füße stellen zu wollen – da steht es doch und zwar felsenfest!

  6. payoli schreibt:

    So ein Unsinn! Nur weil ein paar Gierschlünde betrügen, ist doch BIO nicht gleich ‚eine Illusion‘ und der Kunden erkauft sich ‚ein besseres Gewissen‘!
    Ist Polizei oder Rechtsstaat gleich eine Illusion oder alle Bürger Träumer, nur weil ein paar Streuner im Supermarkt etwas unterm Mantel verschwinden lassen? 😉
    Und überhaupt: Wer sich Sondermüll, wie Kartoffelchips es sind, reinzieht und dann auch noch glaubt dabei würde ihm BIO auch nur irgendwie helfen ist m.E. ein hoffnungsloser Traumtänzer!
    Ich könnt‘ Dir rohköstliche Chips- Rezepte verraten … Da rührst Du keinen gekauften Chip mehr an!

  7. siehe oben schreibt:

    Es gibt seit einiger Zeit eine Hetzkampagne der Vergiftungsmittelindustrie gegen die Bio-Industrie. Verständlich, da immer weniger Leute sich mit Exxx, Pressfleisch, Käse aus Plastikabfällen,…, vollstopfen wollen und deswegen in Bio-Supermärkten einkaufen. Die Waren in den Bio-Supermärkten sind oft erheblich billiger als in Standard-Supermärkten (Kaisers und sowas).
    Ich jedenfalls lasse mich von dieser Hetkampagne nicht verrückt machen und vertraus auf meinen LPG.

  8. Ibrahim schreibt:

    @modesty

    Hi und danke für deine Antwort! Jetzt kapier ich auch, was Mechthild gemeint hat, und natürlich habt ihr beide recht: Alles soll sich möglichst gewinnbringend verkaufen, natürlich auch bio. By the way, viele Bio-Bauern müssen schon wieder umsteigen auf konventionelle Erzeugung, weil unsere hochheilige EU mit Milliardensubventionen dafür sorgt, dass diese sich besser bezahlt macht. Marktverzerrung der übelsten Sorte, aber auch hier: wessen Geld verschleudert die EU da eigentlich?

    Sobald wir auf offiziellen Wegen Geld verdienen oder ausgeben, wird ein Großteil davon abgefischt und für Zwecke ausgegeben, die die Macht der Lobbies steigern, die des einzelnen Menschen aber schwächen. Vor fünfzehn Jahren war die EU noch weit weg und hat sich vergleichsweise amüsant an der korrekten Krümmung von Bananen aufgegeilt. Heute, mit ESM, Indect, Eurogendfor & Co. sieht die Welt schon nicht mehr ganz so lustig aus.

    Ganz klar, modesty, die ganze Entwicklung fußt auf der system(at)ischen Manipulation des Konsumenten und der daraus entstehenden gefühlten Wertlosigkeit und Ohnmacht. „Ich brauche …“ und „Ich kann nicht…“ – so lauten die beiden Glaubenssätze, mit denen wie eh und je die „Kleinen“ von den „Großen“ gelackmeiert und auf Linie gebracht werden. ABER DAS IST GELOGEN!

    Dazu noch mal ein treffendes Beispiel aus meiner Wahlheimat: Der REWE-Konzern bläst in der örtlichen Grundschule zum „Gesundheits“tag, an dem kostenlose Obstpäckchen und so ganz nebenbei noch ein paar Zuckercereals von Kellog’s aus dem hauseigenen Sortiment verteilt werden. Außerdem freut sich die Lehrerschaft, dass der Konzern an der „Schulobstaktion“ teilnimmt, d.h. 1x/Woche rollt der rotweiße LKW auf den Pausenhof und bringt Äpfel aus Argentinien, Bananen aus Ecuador, Trauben aus Südafrika…

    Gleichzeitig befindet sich neben der Schule, auf öffentlichem Gelände am Straßenrand, eine Streuobstwiese, die sich alljährlich im Sommer in ein kleines Paradies verwandelt: alte regionale Apfelsorten, Pflaumen, Brombeeren, Walnüsse…, alles frisch, lecker und kostenlos.

    Allerdings ist es den Kindern streng verboten, die Wiese auch nur zu betreten – wer es trotzdem tut, wird sofort verpetzt und fängt sich eine Strafpredigt ein, ohne weitere Begründung. „Du kannst nicht einfach…“ – das genügt unseren Kindern ebenso wie uns selbst. Im Spätherbst dann taucht ein Trupp vom städtischen Bauhof auf, schaufelt zentnerweise bestes, heimisches Bio-Obst zusammen und bringt es zum Kompostieren.

    In dieser Systembildungs-Einrichtung lernen unsere Kinder: Will ich Obst essen, muss ich zu REWE – eine andere Option habe ich nicht, denn „ich kann nicht…“ Jede Menge junger, willfähriger Konsumenten, ein warmer Regen für unseren aufgeblähten Regierungsapparat (der im Übrigen offenbar gerade darüber nachdenkt, die MwSt. auf die guten argentinischen Äpfel auf 23% zu erhöhen…) und einen weiteren Konzern. Die Preisfrage: Wo hört der „Sachzwang“ auf und beginnt die Manipulation?

    Die systemische Propaganda ist so allgegenwärtig und reicht so tief in unser Unterbewusstsein hinein, dass jedes Umdenken zunächst ein geistiger Kraftakt ist. Es gibt Rückschläge, es gibt Stagnation, es gibt viele Zweifel und vor allem: es kann (zunächst!) auch etwas einsam machen, denn mit dem Umdenken klinken wir uns aus dem manipulierten Kollektivbewusstsein – dem „Mainstream“ aus. Das, was wir gelernt haben als (Herden)-Sicherheit wahrzunehmen, bricht weg, und Veränderung macht Angst. Doch nach einer gewissen Wegstrecke erwächst daraus eine immense innere Kraft, die die allermeisten Menschen heute gar nicht mehr kennen, denn die fußt natur- und artgerecht auf der Gewissheit: „Ich brauche nicht!“ und „Ich kann!“ – den Tabus unseres lebensfeindlichen Systems. Und der Mensch kann so viel und braucht so wenig – probiert es aus, Mechthild, modesty, ihr werdet staunen!

    Dieses System mag das einzige sein, das wir hier und heute kennen – es ist aber nicht das einzig mögliche, sondern vielmehr aufgebaut auf Lügen, Ausbeutung, Korruption und Massenmord und daher des Menschen nicht würdig. Jeder Cent, den ich nicht ausgebe, wird diesem System entzogen, und so ist es mir täglich eine Ehre und Ausdruck meiner persönlichen Menschenwürde, den systemischen Verzicht zu praktizieren, wo es irgend geht, und mich stattdessen direkt mit meinen Mitmenschen und der Natur selbst zu verbinden, so wie es seit Anbeginn der Menschheit für uns vorgesehen war. Und – Zufall?? – ich bin so gesund und glücklich dabei wie nie vorher.

    Ich bin nicht der erste, der es so erlebt, und ich werde nicht der letzte sein. Im Gegenteil, täglich schließen sich mehr Menschen an. Das System kippt ohnehin, und die großen Illusionen von „Sicherheit“ und „Wohlstand“ zerplatzen gerade eine nach der anderen – spürbar für die meisten von uns. Da kann das Umdenken schnell mal zur Notwendigkeit werden.

    Aber wenn das System wegfällt, dann bleibt das, wovon wir wirklich leben und was immer schon für uns da war. All das, was uns das System verboten hat zu sehen, um uns bequemer verheizen zu können.

    Probiert es aus, es lohnt sich!

    Alles Gute!

    Ibrhim

  9. Reto schreibt:

    Lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen! Sogar jene Studie, auf die sich die Medien in ihrer Anti-Bio-Kampagne berufen, zeigt: Bio ist besser! Lesen Sie jetzt, warum Bio einfach besser ist. Ja, warum Bio nicht nur einfach, sogar mehrfach besser ist.

  10. Objektiv schreibt:

    Papier, Internet-Seite – singular oder plural – ist „geduldig“ und Schwarz-Weiß genauer zu durchleuchten, wie eigentlich inzwischen bekannt sein sollte. Die Hintergründe von Prisma: einfach selbst nachschauen, genauer. Ist es, wie es scheint???
    Ibrhim – ein Artikel mit gutem Inhalt! Herausstechend!

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