Derzeit geht mal wieder der ungeheure Skandal durch die Presse, dass Dinge absichtlich so produziert werden, dass ihre Lebensdauer ihre Käufer möglichst nicht allzulang vom Kauf eines neuen Dings abhält.

Auch wenn die Hersteller wie immer reflexhaft reagieren und ihrerseits behautpten, dass sie ja schön blöd wären, absichtlich minderwertige Produkte auf dem Markt zu bringen, weil Kunden dann beim nächsten Mal bestimmt zu einem Produkt der Konkurrenz greifen würden, ist es ihnen natürlich schon lieber, wenn die Kunden nicht nur einmal im Leben eine neue Waschmaschine, einen Kühlschrank oder ein Rührgerät kaufen müssen. So funktioniert das Geschäft nicht.

Und weil dieser Skandal mit schöner Regelmäßigkeit in jedem Jahr wieder für Aufregung sorgt, wiederhole ich an dieser Stelle meinen Artikel vom vergangenen Jahr, denn an den Gründen für die geplante Obsoleszenz hat sich nicht das Geringste geändert.

Gedanken(v)erbrechen

Über Obsoleszenz, also das unbekannte Wort für das wohlbekannte Phänomen, dass Dinge einfach nicht so lange halten, wie die Benutzer es wünschen, hatte ich vor längerer Zeit schon mal geschrieben. Dieser Artikel hat sich als Dauerbrenner entpuppt, gerade in der letzten Zeit hatte ich immer wieder Zugriffe darauf. Ich denke, dass das damit zusammen hängt, dass der Berliner Betriebswirt Stefan Schridde das Portal Murks? Nein danke! eingerichtet hat, mit dem er sich der geplanten Obsoleszenz der Dinge widmet. Dort kann man beispielsweise Murks melden, Tipps geben, woran man erkennt, welche Dinge nicht lange halten werden oder auch Reparaturanleitungen posten, um der Obsoleszenz ein Schnippchen zu schlagen, in dem man den fest eingebauten Akku der elektrischen Zahnbürste oder im Handy einfach selbst wechselt.

Das finde ich sehr interessant und löblich, denn natürlich ärgert es mich, wenn ich ständig Geld für neue Sachen ausgeben soll, wenn die alten doch eigentlich noch ganz…

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Über modesty

Akademisch gebildetes Prekariat. Zeittypische Karriere: anspruchsvolle Ausbildung, langwieriger Berufseinstieg, derzeit anstrengender, aber schlecht bezahlter Job mit unsicherer Perspektive. Vielseitige Interessen, Literatur, Film, Medien, Wissenschaft, Politik, Geschichte, Gesellschaft, Zeitgeschehen. Hält diese Welt keineswegs für die beste aller möglichen, hofft aber, dass sie besser werden kann. Möchte gern im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten dazu beitragen.
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