„Menschenführung in neuer Qualität“

Über die moderne Arbeitswelt habe ich bereits einige Male geschrieben – gerade heute gibt es dazu einen weiteren Artikel in der jungen Welt, der mit Unterwerfung als Freiheit überschrieben ist. Genau darum geht es in der modernen Personalpolitik: Arbeitnehmer sind nicht einfach Menschen, deren Zeit man kauft, damit sie für das Unternehmen Profit erwirtschaften – sondern Manager in eigener Sache.

Sie sollen vor allem sich selbst managen, damit sie sich schon von ihren grundsätzlichen Einstellungen und Haltungen her noch besser ausgenutzt werden können. Sie sollen an sich die idealen Bedienungen für ihre optimale Verwertung herstellen – sich fit halten, lustvoll an ihre Aufgaben herangehen, dazu lernen, sich selbst motivieren, wenn es nicht so gut läuft, und natürlich nichts anderes im Sinn haben, als morgen noch mehr ranzuklotzen, damit sie sich abends wieder selbst auf die Schulter klopfen können. Und das natürlich ohne überzogene Gehaltsforderungen – schließlich kommt es nicht aufs Geld an, sondern darauf, dass der Job Spaß macht. Selbstorganisation ist gut, sich organisieren, um für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen, ist ein überkommener Reflex der Ewiggestrigen, die nicht kapieren wollen, dass in einem Unternehmen alle am gleichen Strang ziehen müssen.

Und jetzt geh ich erst mal kotzen.

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Über modesty

Akademisch gebildetes Prekariat. Zeittypische Karriere: anspruchsvolle Ausbildung, langwieriger Berufseinstieg, derzeit anstrengender, aber schlecht bezahlter Job mit unsicherer Perspektive. Vielseitige Interessen, Literatur, Film, Medien, Wissenschaft, Politik, Geschichte, Gesellschaft, Zeitgeschehen. Hält diese Welt keineswegs für die beste aller möglichen, hofft aber, dass sie besser werden kann. Möchte gern im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten dazu beitragen.
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2 Antworten zu „Menschenführung in neuer Qualität“

  1. monopoli schreibt:

    Hat dies auf monopoli rebloggt und kommentierte:
    Angesichts dieser Darstellung ist kotzen ansteckend.

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