Die Tyrannei des Systems

Einmal mehr habe ich einen Artikel gefunden, in dem zutreffend analysiert wird, dass die vor einigen Jahrzehnten gängige und menschenfreundliche These, dass die Menschen dank des technologischen Fortschritts und der damit einhergehenden Rationalisierung der Arbeitsprozesse in der Zukunft weniger arbeiten müssten, kein bisschen zutrifft: Im Gegenteil, obwohl alles immer weiter automatisiert und rationalisiert wird, arbeiten die Menschen neuerdings wieder mehr. Und nicht nur das – die Arbeit an sich wird immer härter, dichter, intensiver – tyrannischer, wie der Mediziner Ulrich Renz es in seinem Buch Tyrannei der Arbeit beschreibt.

Ja, und das liegt natürlich auch daran, dass man den Leuten mit der gängigen Krisenrhetorik klar macht, dass sie verdammt noch mal härter ranklotzen müssen, weil uns Milliarden Inder und Chinesen im Nacken sitzen, die noch viel härter ranklotzen. Und daran, dass die Chefs ihren Mitarbeitern mit raffinierten Management-Techniken einreden, immer noch effektiver sein zu können und sein zu müssen – weil das sich es einfach gut anfühlen würde, erfolgreich zu sein. Dabei ist es letztlich nur gut für die Chefs, weil ihre Mitarbeiter noch mehr fürs gleiche Geld leisten und sie sich am Ende noch mehr selbst in die Taschen stecken können.

Das Irre dabei ist heute aber, dass dermaßen viel Arbeit für das Überleben an sich gar nicht mehr erforderlich wäre – bei der heute erreichten Produktivität könnte man es tatsächlich mit sehr viel weniger Arbeits- und Materialeinsatz gut sein lassen, und doch würden alle Menschen satt. Das schreibt Renz so zwar nicht, aber es könnte so sein, wenn wir nicht alle Sklaven eines tyrannischen Systems wären, das sich Kapitalismus nennt. Hier komme ich nämlich zu ganz anderen Schlüssen als Renz.

Renz schiebt den vom System geforderten Zwang, immer mehr Profit erwirtschaften zu müssen, auf die angebliche Veranlagung des Menschen, immer mehr zu wollen. Der Mensch sei, so postuliert er, nun einmal evolutionsbedingt auf Mangel gepolt – unsere Vorfahren mussten ja ständig damit klar kommen, dass es nicht immer alles gab und entsprechend vorsorgen: Wer größere Vorräte anlegen kann, also mehr hat, steht nun mal besser da, wenn der Winter länger als erwartet dauert. Heutzutage, in Zeiten des Überflusses, kämen wir damit nicht klar und würden halt immer noch mehr haben müssen. Weil wir halt so drauf sind.

Das halte ich für ausgemachten Unsinn, denn ich kenne eine ganze Menge Menschen, die gern weniger von allem hätten – vor allem weniger Arbeit und weniger Stress – wenn man denn mit weniger Arbeit noch seinen Lebensunterhalt bestreiten könne. Aber genau das ist ja das Problem: Wir können es uns nicht aussuchen, wie wir es denn gern hätten. Oder doch nur in einem sehr geringen Maße. Natürlich kann man sich bewusst für ein Leben auf Hartz-IV-Niveau entscheiden und sich dann daran freuen, wie man sich auch ohne Arbeit ein erträgliches Überleben einrichtet – ich kenne einige Hartz-IV-Bezieher, die sich mit dem Leben auf Grundsicherung ganz gut eingerichtet haben. Das geht, wenn man das will, aber es ist schon ein extremer Lebensstil, den man wirklich wollen muss – eine gewisse Leidenschaft für Verzicht und Entsagung sollte schon vorhanden sein. Ein solcher Lebensstil wird fürs gemeine Volk übriges seit Jahrtausenden propagiert – die Kirchen der Welt sind damit ziemlich reich geworden.

Und ja, manchmal denke ich mir schon, dass ich ganz schön bescheuert bin, mich jeden Tag von meiner Firma ausbeuten zu lassen, damit ich meine Miete selbst bezahlen kann. Ich käme durchaus damit klar, den ganzen Tag Bücher zu lesen oder vielleicht sogar welche zu schreiben, gute Filme zu sehen, Sport zu treiben oder auch nur spazieren zu gehen, mit Ruhe und Andacht Mahlzeiten zuzubereiten – ich brauche meinen Job nun wirklich nicht, um die Tage rum zubringen. Ich brauche das Geld. Und zwar nicht, um mir irgendwelchen Luxuskonsum zu finanzieren, sondern für die ganz normalen Dinge: Wohnung, Essen, Kleidung, Internet, Telefon und so weiter. Vor 15 Jahren hat dafür noch ein Teilzeitjob gereicht, jetzt muss ich Vollzeit arbeiten. Und das liegt nicht daran, dass ich jetzt ganz andere Ansprüche hätte oder meine Arbeit so dermaßen geil finde. Sondern alles ist sehr viel teurer geworden. Der Druck von außen wird immer höher.

Und genau das ist der Punkt, an dem diese Analyse, wie so viele andere auch, einen blinden Fleck hat: Es ist nicht die Evolution, es ist nicht die Gier (zumindest nicht die Gier des Durchschnittsmenschen, sondern höchstens die Gier der Chefs) nach immer mehr und es ist auch nicht die protestantische Arbeitsethik, die die Menschen heutzutage dazu bringt, immer mehr arbeiten zu müssen. Es ist dieses beschissene Wirtschaftssystem, das durch sein wunderbares Funktionieren zu einer Verarmung immer breiterer Schichten führt, und damit natürlich auch zu einer immer härteren Konkurrenz. Es geht darum, in dieser Konkurrenz überleben zum müssen. Genau deshalb lassen sich vernunftbegabte Wesen auf diese ganze Scheiße ein. Deshalb ist es auch kompletter Unsinn, wenn Renz sich hinstellt und sagt, jeder Einzelne müsse sich die Frage stellen, wie er oder sie denn leben wolle. Wer kein „genug“ finden könne, würde immer Sklave seiner Arbeit bleiben und seine Träume vor sich her schieben.

Wie soll man das den Millionen Geringverdienern klar machen, die zwischen den zwei bis drei Scheißjobs, die sie für ihr Überleben machen müssen, gar keine Zeit haben, über ihre Träume nachzudenken? Die traurige Realität ist, dass es für die meisten Menschen schon deshalb kein „genug“ geben kann, weil sie ohnehin für ein halbwegs anständiges Leben viel zuwenig haben.

Renz argumentiert, dass das Phänomen des Mehr-als-nötig-Arbeitens ja über alle Einkommensklassen verteilt zu beobachten sei. Das mag sein. Bei den Besserverdienern ist der Konkurrenzgedanke wahrscheinlich eher ein sportlicher, während die Geringverdiener tatsächlich keine anderer Wahl haben, also so viel zu arbeiten, wie überhaupt geht. Auch Renz schiebt die Verantwortung dafür, dass es auf dieser Welt irgendwie ganz schön schief läuft, den einzelnen Menschen zu, die faktisch überhaupt nichts zu entscheiden haben. Was passiert denn, wenn ich mich jetzt entscheide: also 10 Stunden pro Woche reichen doch völlig aus, mehr arbeite ich nicht? Dann habe ich ganz schnell gar keinen Job mehr und jede Menge Zeit, meine Träume zu leben. Ein Traumleben wird das dann aber mit Sicherheit nicht.

Insofern lohnt es sich natürlich schon, sich zu fragen, wie man denn leben will. Aber nicht nur als Individuum, sondern als Gesellschaft. Und da muss man sich halt dazu aufschwingen, grundsätzlichere Fragen zu stellen. Etwa: Warum unterwerfen wir uns einem idiotischen Gesellschafts- bzw. Wirtschaftssystem, das uns zu immer mehr und immer härterer Arbeit zwingt, wenn wir das eigentlich gar nicht wollen? Es hilft ja nicht, wenn einzelne aussteigen und sich – in der Regel dann wieder auf Kosten der anderen – ein schönes Leben machen. Arbeit ist nämlich kein Selbstzweck, auch wenn uns das mit diesem ganzen Selbstverwirklichungsgedöns eingeredet wird. Arbeit hat einen Zweck – und in unserer Gesellschaft leider nur diesen einen: Das Erwirtschaften von Profit. Irgendwer wird durch die geleistet Arbeit etwas reicher – in der Regel nicht derjenige, der diese Arbeit tatsächlich leistet. Insofern ist es ziemlich esoterisch, hier die Sinnfrage zu stellen – der Sinn ist klar. Die Frage, die gestellt werden muss, ist die Systemfrage. Und wer der Ansicht ist, dass die Leute doch lieber weniger arbeiten und dafür besser leben sollen, kann sie auch ganz einfach beantworten: Der Kapitalismus muss weg.

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Über modesty

Akademisch gebildetes Prekariat. Zeittypische Karriere: anspruchsvolle Ausbildung, langwieriger Berufseinstieg, derzeit anstrengender, aber schlecht bezahlter Job mit unsicherer Perspektive. Vielseitige Interessen, Literatur, Film, Medien, Wissenschaft, Politik, Geschichte, Gesellschaft, Zeitgeschehen. Hält diese Welt keineswegs für die beste aller möglichen, hofft aber, dass sie besser werden kann. Möchte gern im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten dazu beitragen.
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27 Antworten zu Die Tyrannei des Systems

  1. Das mit der gier ist eine komische angelegenheit.

    Wenn ich weiß, daß ich, um über den winter zu kommen einen großen sack kartoffeln, einen sack zwiebeln, drei große kohlköpfe und ein gewisses kontingent an wurzelgemüse und getreideprodukten benötige, um von oktober bis ende märz mit grundnahrungsmitteln versorgt zu sein, bunkere ich nicht das doppelte, weil ich weiß, daß in dem fall die hälfte schlecht werden würde und mir die entsorgung der schlecht gewordenen sachen nur ärger macht.

    Man kann gierig auf wohlschmeckende südfrüchte sein. Es nützt nichts, sie zu horten, sie gammeln dahin, bevor man sich über sie freuen könnte. Niemand kann beliebig viel konsumieren. Die bedürfnisse des menschen sind endlich – man kann vielleicht extrem fressen und saufen, jedoch nicht endlos.

    Endloses bedürfnis gibt es durch etwas, das nicht verdirbt: geld.

    • Josef schreibt:

      „Endloses bedürfnis gibt es durch etwas, das nicht verdirbt: geld.“
      Alternative dazu wäre „rostendes“ Geld oder Schwundgeld.
      Silvio Gesell nannte es Freigeld.
      Versuchen wir es mal mit “ Wohlstand für alle“:
      http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/10/wohlstand-fur-alle.html

      • »So verstehen wir also unter Natürlicher Wirtschaft eine Ordnung, in der die Menschen den Wettstreit mit der ihnen von der Natur verliehenen Ausrüstung auf vollkommener Ebene auszufechten haben, wo darum dem Tüchtigsten die Führung zufällt, wo jedes Vorrecht aufgehoben ist und der einzelne, dem Eigennutz folgend, geradeaus auf sein Ziel lossteuert, ohne sich in seiner Tatkraft durch Rücksichten ankränkeln zu lassen, die nicht zur Wirtschaft gehören, und denen er außerhalb ihrer immer noch genug Frondienste leisten kann.«

        Das ist kein zitat von Ayn Rand oder irgendeines sarrazynikers, sondern vom »menschenfreund« Silvio Gesell. Ich lasse es mal außen vor, daß es eine krause idee ist, daß es so etwas wie eine »natürliche wirtschaftsordnung« geben könnte, und daß man das seiner »natürlichkeit« wegen dann schon »gut finden« müsse.

        Gesell kommt auf die steile these, daß das volk gespalten sei, weil das geld aus metall besteht und diese eigenschaft es geldes schuld daran sei, daß es »rentiers« und »lasttiere« gibt. Wobei er mit »lastiere« keinesfalls nur die arbeiter meinte, die den profit der unternehmer erarbeiten müssen, sondern auch die unternehmer selbst. Das ist die trennung in »raffendes« und »schaffendes« kapital, die durch häufigere wiederholung keinesfalls weniger meschugge wird.

        http://1-euro-blog.blogspot.de/2013/11/kritik-der-zinskritik.html

      • Josef schreibt:

        „wo darum dem Tüchtigsten die Führung zufällt“
        Sie wollen weiterhin von den Unfähigsten (Politiker wissen gar nicht was sie tun) und Dümmsten („Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit.“, Dietrich Bonhoeffer) regiert werden.

        Die Zinskritik hat Gesell nicht zu einem Verbot der Zinsen veranlasst. Gesell hat den Zins aufgeschlüsselt und einen Teil des Zinses („Urzins“) als Störfaktor der Wirtschaft erkannt.
        http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/07/der-zins-mythos-und-wahrheit.html
        http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/10/geld.html

        Aber um all das zu verstehen, müssen Sie schon selbst anfangen mit dem Denken, noch besser Sie fangen gleich bei Adam und Eva an:
        http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/09/adam-und-eva.html

      • Ich will überhaupt nicht regiert werden. Eine regierung benötige ich ebenso dringend, wie ich zahnschmerzen oder kotzgrippe benötige.

        Und wie die welt aussieht, wenn die tüchtigsten regieren, die mit dem existierenden system am klügsten umgehen können, kann man jeden tag live und in farbe miterleben.

        Den Gesell habe ich zumindest streckenweise im original gelesen. Um zu verstehen, was seine ideen waren und sie für untauglich zu befinden, benötige ich nicht auch noch das wirre gefasel des herrn Wehmeier.

      • Josef schreibt:

        „Ich will überhaupt nicht regiert werden. Eine regierung benötige ich ebenso dringend, wie ich zahnschmerzen oder kotzgrippe benötige.“
        Auch dazu bietet Gesell eine Antwort, aber diese werden Sie wieder nicht gelten lassen, Ihre Vorurteile verbietet es Ihnen. Dazu könnte ich wiederum einen Link zum „wirren gefasel des herrn Wehmeier“ anbieten („Der Abbau des Staates“), aber da Sie ja das „original“ kennen, kann ich auch darauf verweisen:
        http://www.silvio-gesell.de/html/gesammelte_werke.html
        Band 13 Seite 45 – Der Abbau des Staates nach Einführung der Volksherrschaft

        „Und wie die welt aussieht, wenn die tüchtigsten regieren“
        Sie halten die noch Regierenden für die „tüchtigsten“?

      • pedrobergerac schreibt:

        Ich will auch nicht regiert und schon gar nicht verwaltet werden.Ich bin ein Mensch, weder eine Sache noch ein Untertan. Das sehen aber einige anders.
        David Icke – „Hintergründe des politischen Weltgeschehens“ hat den Zusammenhang zwischen Banken und Politik knackig auf den Punkt gebracht.

        Silvio Gesell war damals revolutionär. Jetzt gibt es Modernere. Franz Hörmann z.B. oder Wolfgang Berger.

      • Josef schreibt:

        Sie missverstehen den Spruch „Geld regiert die Welt“.
        NICHT die Geldbesitzer, sodern das GELD regiert die Welt. Wenn Sie das verstanden haben, fallen die Verschwörungstheorien des Herrn David Icke wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

        Herr Prof. Dr. Dr. Berger ist kein besonders guter Schüler von Silvio Gesell und das fällt dem “Normalbürger” gar nicht auf.
        Politik und Religion:
        http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/10/politik-und-religion.html

      • pedrobergerac schreibt:

        Oje, da fehlt es ja meilenweit an Wissen.
        http://euro-med.dk/?p=30138

      • Josef schreibt:

        „Oje, da fehlt es ja meilenweit an Wissen.“
        Sie meinten sicherlich „Unwissen“. Darauf kann ich sehr gut verzichten. Diese Unwissen habe ich schon längst hinter mir.
        Und nochmal und ganz langsam:
        Geld verlangt seinen Tribut (Zins), die Geldbesitzer, wer auch immer diese sind („machthungrigen Figuren“, CFR, Biderberger, usw.), müssen diesen Tribut eintreiben, mit Hilfe von “Bankster-Mafiosi“, Zentralbanker oder sonst irgendwie. Schaffen sie das nicht, so versagt das Geld seinen Dienst, der Geldkreislauf bricht zusammen. Die Geldbesitzer haben dann noch den Vorteil, sich von ihren Geldscheinen (oder auch Goldbarren?) zu ernähren. Ich wünsche Guten Appetit.
        Nimm dem Geld die Macht den Tribut zu verlangen, und du erlöst die Geldbesitzer von diesem Zwang die Menschen, die Menschheit auszubeuten, bis zum biteren Ende.

      • pedrobergerac schreibt:

        Da haben sie natürlich recht. Mir geht es um Aufklärung darüber, WER aktuell diesem Geld diese Macht verliehen hat. Nur wenn die Menschen das jetzige Geldsystem verstanden haben, kann man es ändern.
        Es ist das Geldschöpfungsmonopol der FED, einer Privatbank wohlgemerkt, welches diese Welt in den Abgrund treibt. Das Ganze wird mittlerweile „Falschgeldsystem“ genannt. Und diese Menschen, welchen die FED gehört, steuern über die Schulden die Regierungen aller Länder.

      • Josef schreibt:

        „WER aktuell diesem Geld diese Macht verliehen hat“
        Das „aktuell“ können Sie streichen.
        Das heutige Geld ist dem antiken Goldgeld nachgeäfft. Damals wusste man es noch nicht besser und heute ignoriert man immer noch die Erkenntnisse Silvio Gesells:
        die Wertaufbewahrungseigenschaft des Geldes widerspricht seiner Tauschfunktion. Nur ein Geld, das einzig und allein Tauschmittel ist, ist kein Machtmittel mehr und kann auch keine Macht mehr über Menschen (Natur) ausüben.
        Wollen Sie nun die antiken Gelderfinder zur Rechenschaft ziehen?

        „Und diese Menschen, welchen die FED gehört, steuern über die Schulden die Regierungen aller Länder.“
        Wenn es nicht so makaber wäre, müsste man diesen Menschen sogar noch dankbar sein. Sie haben in den letzten 30-40 Jahren mit ihren Machenschaften den dritten Weltkrieg (Nuklearwaffen; Zerstörung, Auslöschung des Lebens auf diese Erde) verhindert.
        Nun stehen wir kurz vor der endgültigen Entscheidung: doch einen dritten Weltkrieg oder doch die Natürliche Wirtschaftsordnung durch FREILAND und FREIGELD.

        Ich muss immer wieder feststellen, dass die Aussage Arthur C. Clarke zutrifft:
        „Man kann sich auf Unvorhersehbares nur vorbereiten, indem man versucht, aufgeschlossen und unvoreingenommen zu bleiben – ein außerordentlich schwieriges Unterfangen, selbst beim besten Willen der Welt. Ein vollkommen offener Verstand müsste leer sein, und Freiheit von allen Vorurteilen und vorgefassten Meinungen ist ein unerreichbares Ideal.“
        Oder anders gesagt: Man erkennt den Wald vor lauter Bäumen nicht.

        „God said ‚Cancel Program GENESIS‘. The universe ceased to exist.“
        Sir Arthur Charles Clarke (1917 – 2008), seine letzten Worte.
        http://www.deweles.de/willkommen/cancel-program-genesis.html

      • pedrobergerac schreibt:

        Naja, wie gesagt, ich sehe das ein wenig anders, obwohl ich silvio gesell nicht kritisieren will. Der 3. Weltkrieg hat bis jetzt nicht stattgefunden, weil es die Schattenregierung bis jetzt nicht wollte. Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg und bürgerkrieg und der 1. und 2. WK haben ja geklappt. Lassen wir uns überraschen, oder der 3. WK klappt.
        Das finde ich übrigens sehr makaber.
        Ansonsten denke ich mir: Jedem Menschen sein BGE. Alles darüber verdiente darf er behalten. Bildung. Infrastruktur etc. werden von einer lokalen Verwaltung mit Fiat Money finanziert, genauso wie das BGE. Zins geht gar nicht und sei er noch so klein.
        Das wäre dann ein echter freier Markt für freie Menschen mit freiem Geld in einer freien Welt, als Vorstufe zum grünen Planeten.

      • Josef schreibt:

        „wie gesagt, ich sehe das ein wenig anders“
        Der letzte und schwierigste Schritt steht Ihnen noch bevor.

        Lange Zeit war ich auch Verfechter des BGE, bis mich folgender Artikel auf die Geldproblematik aufmerksam machte:
        http://www.archiv-grundeinkommen.de/frost/200906-BGE-und-Geldsystem.pdf
        Über mehrere Stationen (Prof. Bernd Senf, Prof. Wolfgang Berger, Regionalwährungen „Wunder von Wörgl“, usw.) bin ich auch auf Helmut Creutz und dann schließlich auf die Internetseite von Herrn Wehmeier gestoßen.
        In dem Video „Der grüne Planet“ wird auch Jesus erwähnt – ca 20 – 25 Min. Ja, wer ist dieser Jesus? Sicher nicht der Sohn Gottes, der Moralprediger zu dem ihn die katholische Kirche gemacht hat.

        (Genesis_3,22-23) „Dann sprach Gott, der Herr: Seht, der Mensch ist geworden wie wir; er erkennt Gut und Böse. Dass er jetzt nicht die Hand ausstreckt, auch vom Baum des Lebens nimmt, davon isst und ewig lebt! Gott, der Herr, schickte ihn aus dem Garten von Eden weg, damit er den Ackerboden bestellte, von dem er genommen war.“
        Jesus hat das verstanden:
        http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/01/anfang-und-ende-von-gut-und-bose.html

        Und wenn Sie das auch verstanden haben, können Sie mit „dieser Welt“ (zivilisatorisches Mittelalter) nichts mehr anfangen – bis zum Jüngsten Tag!

      • Hans 63 schreibt:

        Hallo Josef,
        bei ihren Kommentaren stören mich zwei Punkte:

        1. Ihr belehrender, besserwisserischer Tonfall!
        Sie sprechen jedem entweder den Verstand oder das Wissen um die Zusammenhänge des Geldsystems ab, der sich mit der Gesell’schen Freihandelslehre“ nicht anfreunden kann, was ihnen keineswegs zusteht.

        2. Ihre Apodiktion!
        Weder Blogger, noch die Anhänger Silvio Gesells sind mit universaler Intelligenz ausgestattet oder befinden sich gar im Besitz der absoluten Wahrheit.

        Gegen die ökonomischen Theorien Gesells gibt es selbstverständlich ernst zu nehmende Gegenstandpunkte – diese hier zu erläutern sprengt allerdings den Rahmen einer Kommentarfunktion – auch wenn ihnen deren Relevanz widerstrebt.

        Meine Empfehlung: Ertragen sie andere Auffassungen mit Gelassenheit und Toleranz.

  2. m.sastre schreibt:

    Ihnen wird geholfen werden!
    Zumindest was den Systemwandel betrifft, denn das Wirtschaftsystem, so wie wir es heute kennen, nähert sich einem durch Ressourcenknappheit verursachten Ende. Ob sich ihre Situation, oder die Ihrer Mitmenschen, dadurch zum positiven verändern wird, darf jedoch bezweifelt werden, denn die Profiteure dieses Wirtschaftsystems bereiten sich schon auf den Übergang in das neue Wirtschaftsystem vor. Wenn dann alle deutlich weniger haben, wo sind dann Sie und wer hat die Macht, das Verbliebene zu verteilen?
    Der von Ihnen angestrebte Zustand mit weniger Arbeit ein Auskommen zu erwirtschaften und die Produktivitätsvortschritte in den Mehrwert der Freizeit resp. Muße fließen zu lassen, stellt unsere Art des Wirtschaftens zu sehr in Frage, als das er die Chance auf Verwirklichung hätte – so sympathisch und sinnvoll ihr Wunsch auch sein mag. Wie sie völlig richtig erkannt haben, wirkt hier der in uns allen verankerte Wunsch nach Mehr in Verbindung mit seiner interessengesteuerten Auslegung zum Wohle weniger unheilvoll zusammen.

    Zu Mechthild Mühlstein bleibt zu ergänzen, daß Geld natürlich auch einem Verderb unterliegt. Dieser nennt sich Inflation und zwingt uns ebenfalls immer mehr zu verdienen, unser Geld immer effektiver bzw. riskanter anzulegen und am Ende laufen wir doch Gefahr, auch diesen Wettlauf zu verlieren.

    • Nö, geld unterliegt nicht zwangläufig dem verderb. Inflation findet statt und wenn es nach dem willen der schwundgeldbefürworter ginge, müßte die planmäßig vorangetrieben werden.

      Jedoch kann es genau so gut deflation geben und das ist für die kapitalistische wirtschaft nicht unbedingt gut.

      Das wirtschaftssystem geht nicht durch »ressourchenknappheit« oder irgendwas dem ende zu. Das läuft weiter, dann werden die leute halt noch stärker ausgquetscht.

      Von wem reden Sie eigentlich wenn Sie von »wir« oder »uns« reden?

      Ohne zu wissen, auf wen Sie sich eigentlich beziehen, ist das, was Sie schreiben, wertlos und unverständlich.

      • m.sastre schreibt:

        „Ohne zu wissen, auf wen Sie sich eigentlich beziehen, ist das, was Sie schreiben, wertlos und unverständlich.“
        Wird da etwa jemand zickig?
        Eine Ressource [rɛˈsʊrsə] (französisch la ressource [ʀəˈsuʀs] ‚Mittel‘, ‚Quelle‘, von lateinisch resurgere ,hervorquellen‘) ist ein Mittel, um eine Handlung zu tätigen oder einen Vorgang ablaufen zu lassen. (Quelle: Wikipedia).
        In der derzeitigen Diskussion sind das insbesondere Erdöl, Erdgas, Kohle, Uran, Phospor, Holz, Ackerfläche, Trinkwasser, Metalle, Seltene Erden um nur einige zu nennen. Dabei sind insbesondere energetische Ressourcen und hierbei wiederum die (endlichen) fossilen Brennstoffe von besonderem Interesse, da alle wesentlichen wirtschaftlichen Prozesse einen Energieinput benötigen.
        Die Aussage, daß bei einer Verknappung von Ressourcen halt alle den Gürtel etwas enger schnallen würden, verkennt auf nahezu sträfliche Weise die Arbeitsweise unseres Wirtschaftsmodells, das nur bei einem stetigen Wachstum und gleichzeitiger kontinuierlicher Ausweitung der Kreditmenge funktioniert. Kann das System auf längere Zeit nicht mehr wachsen, sondern nur noch schrumpfen, weil ein wesentlicher Wachstumsfaktor nicht mehr ausreichend zur Verfügung steht, dann können Kredite nicht mehr zurückgezahlt werden, es wird nicht mehr investiert und alle öffentlichen Haushalte kollabieren.
        Ich empfehle in diesem Zusammenhang die Bundeswehrstudie zum Thema Ressourcenknappheit zur Kenntnis zu nehmen:

        http://www.utopia.de/magazin/bundeswehr-erst-wird-das-oel-knapp-dann-die-nahrung-studie-peak-oil-szenario-wirtschaft-global-zusammenbruch

        „Von wem reden Sie eigentlich wenn Sie von »wir« oder »uns« reden?“
        Dann rede ich schlichtweg von uns allen, die wir in dieser oder einer anderen Gesellschaft leben und den selben äußeren oder inneren Einflüssen unterliegen.Das dürfte doch nicht schwer zu verstehen sein, oder?

        „Jedoch kann es genau so gut deflation geben und das ist für die kapitalistische wirtschaft nicht unbedingt gut.“

        Richtige Erkenntnis, falscher Schluß! Deflation ist meist ein Übergangsprozeß in ein Phase überschiessender Inflation. Wie sie selber erkannt haben, verliert das Geld dann nicht mehr an Wert, die Kaufkraft steigt sogar eventuell. Sie haben dann nur möglicherweise keinen Arbeitsplatz mehr um Geld zu verdienen, da in einer solchen Phase die Unternehmensgewinne einbrechen und Massenentlassungen erfolgen. Diejenigen, die noch Arbeit haben, erledigen diese zu einem niedrigeren Preis, denn irgendwie müssen die Unternehmen die Preissenkungen finanzieren.

      • Es hat nichts mit »zickigkeit« zu tun, wenn ich nachfrage, wen Sie denn mit »wir« meinen.

        Es hat eher damit zu tun, daß damit sehr unterschiedliche personengruppen gemeint sein können. Im gegensatz zu Ihnen unterstelle ich menschen, die ich gar nicht kenne, nämlich nicht einfach irgendwas, das sie gemeint haben könnten, sondern frage nach, was gemeint ist.

        Meinen satz »das läuft weiter, dann werden die leute noch stärker ausgequetscht« interpretieren sie einfach in die aussage »dann müssen alle den gürtel enger schnallen« um.

        Darauf kommt man höchstens, wenn man, wie Sie es offensichtlich tun, die gesamte menschheit als großes kollektiv unterstellt, die im realexistierenden kapitalismus ein gemeinsames interesse verfolgen würden. Im gegesatz dazu ist für mich anfang an klar wer den gürtel enger schnallt und zu wessen nutzen das geschieht.

        Sie verkennen, daß es im kapitalismus den interessengegensatz von kapital und lohnarbeit gibt, somit höchst unterschiedliche interessen in der welt sind und es somit eine komische sache ist, da von »wir« reden zu wollen. Letztens ging die nachricht durch die presse, daß 85 menschen die halbe welt gehört? Die haben nicht die gleichen interessen wie die hungerleider, die es auf der welt stets zahlreich gibt.

        Danke auch, daß sie anderen menschen die geistesleistung zutrauen, selbst im lexikon nachzuschlagen, ich bin ja noch so klein und komme deshalb an den Brockhaus in meinem regal nicht ran.

        Und weil ich es sträflich verkenne, wie der kapitalimus funktioniert, machen Sie halt werbung für den herrn Paech mit seinem kapitalismusrettungsprogramm. Der will doch auch wieder bloß den kapitalismus in ein moralkorsett zwingen. Die menschheit aus der arbeitsteiligen gesellschaft zurück in die subsistenz bringen zu wollen, ist übrigens ziemlich reaktionär.

        Ich glaube nicht, daß ein antikommunistisches kapitalismusrettungsprogramm modestys vorstellungen irgendwie nahekommt.

  3. pedrobergerac schreibt:

    Die Ursache für dieses Dilemma ist unser „Falschgeldsystem“.
    http://www.wertperspektive.de/201402015_verbindung_gesellschaft_falschgeldsystem.php
    Was dieses System mit unserer Arbeit macht, und was dann aus uns wird, kann man hier nachlesen.
    http://www.krisen-info-netzwerk.com/downloads/Was_erwartet_uns-Eine_Reise_durch_die_Zeit.pdf
    Man kann es drehen und wenden wie mans will. Dieses System geht dem Ende. Uns droht ein Ende mit Schrecken.

  4. Lars Stigma schreibt:

    Super Teil THX…und meine Antwort zwecks dem Problem überall Klone…“….eine Spaltung innerhalb des Ichs, und zwar bezogen auf dessen Hauptfunktion, die Wahrnehmung der Außenwelt….“

    Schon in Das Ich und das Es hatte Freud dem Ich die Verdrängungsaktivität zugeschrieben; sie beruht auf dessen unbewussten „Verdrängungswiderständen“. Im Abriss der Psychoanalyse erklärt er, dass dieser Ausdruck eigentlich nicht ganz korrekt sei. Damit spielt er auf die Unterscheidung zwischen „Abwehr“ und „Verdrängung“ an: „Abwehr“ ist die allgemeine Bezeichnung für sämtliche Techniken, deren sich das Ich bedient, um Triebansprüche abzuwehren, „Verdrängung“ bezeichnet einen speziellen Abwehrmechanismus, der darin besteht, dass ein bewusster Inhalt unbewusst gemacht wird.“ Strukturmodell der Psyche…frei nach S. Freud^^
    Krass wie Perfekt dieses Phänomen bei den Systemzäpfchen der Neuzeit ausgeprägt ist, im Selbstbetrug und dem Leugnen von Realitäten gut geschult. Um die bittere Wahrheit oder gar Selbstkritik bloß nicht dem degenerierten Intellekt zur Arbeit überlassen zu müssen, nicht mal im Ansatz und es evtl. zu eigenständigen Schlussfolgerungen oder sogar Handlungen am Ende gar Taten als Mittel der Veränderung. Ne ne besser bloß kein Kampf zwischen dem Ich und dem Es, is ja so Gefährlich in einem höchst selbst
    Besser Wahrnehmungsfeld noch weiter einengen, schön weiter der Massenhypnose hingeben um schön seinen niederen Triebbedürfnisse freien Lauf lassen, um weiter noch mehr Norm-Klone Gleichgeschaltet ohne Moral und Gewissen, zu produzieren, wovon die Welt weiß Gott genug hatte und hat!
    „Joseph Ratzinger versteht die Erbsünde nicht im Sinne einer biologischen Vererbung, sondern betont die kollektiven menschlichen Verstrickungen der Vergangenheit…“ oh oh…

  5. Anyone schreibt:

    Das System wurde von Menschen erdacht und wird von Menschen am Laufen gehalten. Das System besteht aus allen Menschen, die in ihm leben, und jeder einzelne trägt ein Stück davon mit. Deshalb halte ich es für eine gefährliche Illusion, die Verantwortung dafür auf Teile davon, wie Chefs, Banker und Politiker, oder generell auf das System minus die eigene Person zu übertragen.
    Ein „halbwegs anständiges Leben“ ist ein subjektiver Wert. Das reicht je nach persönlicher Lebenssituation von „Dach über dem Kopf und fließend Wasser“ über „jede Saison neu eingekleidet“ bis hin zu „eigener Learjet und Villa in Monaco“. Auch wird es auf der Welt keine zwei gleichen Meinungen darüber geben, was dagegen eigentlich Luxus ist.
    Was in den letzten Jahren definitiv zugenommen hat ist die Menge und Bandbreite der Konsumangebote, sowie das Ausmaß und die Aggressivität der Werbung. Erklärtes Ziel jeder Werbung ist, tief ins Unterbewusstsein einzudringen und dort ein bohrendes Mangelgefühl hervorzurufen, bzw. das Mangelgefühl zu verstärken, für das der Mensch von Natur aus anfällig ist.
    Mangelgefühl und Opferdenken sind die beiden Stellschrauben, an denen die meisten Menschen zu gehorsamen Arbeits- und Konsumsklaven umfunktioniert werden können: „Ich brauche das aber“ und „Ich kann da nichts machen“. Diese Überzeugungen sind ebenso subjektiv wie unsere jeweiligen Vorstellungen von Luxus. Sie bilden unseren persönlichen Erfahrungsrahmen ab, nicht notwendigerweise den anderer oder gar aller Menschen. Da aber jede Überzeugung sich selbst bestätigt, müssen wir mit ihren Folgen leben.
    Wenn ein System stürzen soll, muss ihm die Kraft von innen her entzogen werden, d. h. die Zahl derjenigen, die sich bewusst dafür entscheiden, seine Vorgaben nicht mehr (über)zuerfüllen, muss eine kritische Masse erreichen. Jeder einzelne ist also immens wichtig, denn mit jedem einzelnen, der „aussteigt“, in welcher Form auch immer, nähert sich diese Masse dem kritischen Wert.
    Aussteigen beginnt damit, neu zu denken. „Ich brauche das nicht“ und „Ich habe die Macht“ sind Überzeugungen, die zwar auf den ersten Blick mit der momentanen persönlichen Situation nichts zu tun haben mögen. Aber sie wirken, je tiefer sie eindringen, umso weitreichender auf unsere täglichen Entscheidungen ein, und in der Folge werden sie sich bestätigen. Ein solches Denken im Kollektiv würde die Existenz des Systems zum vielleicht ersten Mal in der Menschheitsgeschichte überflüssig machen.

  6. KHM schreibt:

    Erste Bemerkung zu Rationalisierung:

    ARBEITSLOSIGKEIT STATT ARBEITSERLEICHTERUNG

    Was gibt es besseres als Arbeitsautomaten? Wenn Maschinen den Menschen die Arbeit abnehmen: Was wäre dagegen einzuwenden? Statt zu schuften, schaut man den Apparaten bei der Herstellung nützlicher Güter zu und macht im Übrigen mit den Produkten, was einem gefällt.

    Jeder weiß, dass das in unserem besten aller möglichen Gesellschaftssysteme überhaupt nicht so ist. Durch Roboter mit Mikrochips im Leibe wird hier nicht den Leuten Arbeit abgenommen, sondern entlassenen Arbeitern ihr Lohn. Der maßgebliche Standpunkt ist der des Unternehmens, das Arbeitsautomaten und Beschäftigte nach ihren Kosten vergleicht: Anschaffungs- und Wartungskosten hier, Lohnkosten da. Ist die Maschinerie rentabler als die Lohnkosten, die sie erspart, dann wird sie angeschafft; und die überflüssigen Leute werden entlassen. Den Weiterbeschäftigten bleibt überhaupt nichts erspart – außer dem Anblick ihrer ehemaligen Kollegen; die Arbeit wird für sie allenfalls anders, nicht weniger. Denn wer noch Lohn bekommt, muss dafür nach wie vor so viel leisten, dass die Bezahlung seiner Arbeit sich für das Unternehmen lohnt. Umgekehrt bleibt den Entlassenen das Arbeiten gleich ganz erspart – um den Preis, dass ihr Einkommen entfällt: Darum war es ja gegangen, dass das Unternehmen die Kosten für ihre Entlohnung los wird. Ihr Lebensunterhalt ist wirtschaftlich überflüssig gemacht; sie sind Zuviel.

    Einige Jahrzehnte lang hat in der Bundesrepublik die Ideologie gegolten, „Vollbeschäftigung“ sei ein erstrangiges wirtschaftliches und wirtschaftspolitisches Ziel, allgemein steigender Unternehmergewinn dafür das bestgeeignete Mittel. Diese Ideologie konnte sich darauf berufen, dass deutsche Unternehmer in ihren heimischen Fabriken und mit einheimischem, später sogar aus Europas Süden zugewandertem Menschenmaterial ihre Geschäfte gemacht und über den ganzen Globus ausgeweitet haben. Die BRD wurde Exportnation, und dafür „durften“ alle ran.

    Inzwischen bestreiten bundesdeutsche Unternehmen längst ihr weltweites Geschäft nicht mehr bloß von bundesdeutschem Boden aus. Ihre Exporttüchtigkeit hat sie zu „Multis“ gemacht – soweit sie das nicht von Anfang an waren -, die sämtliche Länder der Welt nach Standortvor- und -nachteilen durchgemustert haben und keine Chance auslassen, um ihren Konkurrenzkampf in jeder Hinsicht universal zu machen. Der historische Zufall, dass der Aufschwung des nationalen Kapitals der BRD mit der vollen Inanspruchnahme der nationalen Arbeitskraft – mit „Vollbeschäftigung“ – zusammenfiel, ist vom Normalfall einer führenden Weltwirtschaftsmacht abgelöst. Der unter Benutzung sämtlicher Völker und Nationen geführte Kampf gegen die Lohnkosten schließt das Brotlos-Machen ansehnlicher Teile der heimischen Arbeiterschaft als selbstverständliche Notwendigkeit mit ein. Die alte „Vollbeschäftigungs“-Ideologie überlebt nur noch in der lächerlichen Form eines haltlosen Vergleichs: ‚Was wäre erst, wenn…? Oder moralischen Rechtfertigungen a la: Die Einsparung von Arbeitsplätzen ist nötig, damit der Rest der Belegschaft auch sicher weiterbeschäftigt werden kann‘ – zumindest bis zur nächsten Entlassungsaktion… Der weltweite Konkurrenzkampf geht nämlich ohne Unterbrechung weiter, dafür ist die „Marktwirtschaft“ ja da; und in dem gehören Massen von Lohnarbeitern ohne Lohn und Arbeit unübersehbar zur Regel.

    Vom Arbeiterstandpunkt aus gesehen eine reichlich verkehrte Welt, diese unsere schöne „Marktwirtschaft“. Zwar h ä n g e n die Leute mit ihrem Lebensunterhalt vom Lohn für ihre Arbeit a b – aber ob sie arbeiten und dafür einen Lohn beziehen ist aber gar nicht ihre Angelegenheit, das liegt gar nicht in ihrer Hand. Sondern umgekehrt: Arbeit ist eines der M i t t e l, die ein Unternehmer anwendet – oder auch nicht, um sein Geschäft zu machen; konkurrenztüchtig g e g e n andere Firmen, die haargenau dasselbe tun und sich wechselseitig ihren Erfolg s t r e i t i g machen. Eine saubere Gesellschaftsordnung, die die Arbeit als Geschäftsmittel der Unternehmer organisiert, für die sie als Arbeitskost eine Last, einen Anschlag auf ihren Gewinn ist und die sie damit zu einer dauerhaften Last für die A r b e i t e r macht – und eben deswegen müssen die Arbeiter der Arbeit hinterherlaufen, als wäre sie eine einzige Gunst und Gnade für sie, ausgerechnet weil ihnen kein anderes Mittel, keine andere Einkommensquelle für den Lebensunterhalt offensteht. Und mit dieser gelungenen Dauererpressung Arbeiter dürfen/müssen sich dann ein Leben lang rumschlagen.

    Es gibt aber auch die Möglichkeit der Abhilfe! Denn für den Erfolg dieser Erpressung ist auf Seiten der Betroffenen eines nötig: dass sie sich die Erpressung mit dem „Arbeitsplatz“ gefallen lassen; dass sie sich auf die „Erfordernisse“ eines weltweit geführten Konkurrenzkampfes einstellen, anstatt die Erfordernisse eines anständigen Lebens dem entgegenzusetzen. Denn ganz so wehrlos wie es scheint sind die Lohnarbeiter gar nicht – solange das Kapital sie braucht. Und wenn sie darüber hinaus anfangen, aus dem freien, geschäftstüchtigen Umgang der Unternehmen mit dem „Faktor Lohnarbeit“ die richtigen Schlüsse zu ziehen, wären sie in der Lage die richtigen praktischen Schritte folgen zu lassen und dem Elend ein Ende zu bereiten.

    Wenn sie damit doch endlich beginnen würden…

    Weitere, vertiefende Texte zu allen möglichen Aspekten der Lohnarbeit, also Arbeit organisiert und verrichtet als Dienst an der Kapitalverwertung, werden folgen. Und wer mit uns ins Gespräch kommen möchte, sich eventuell sogar dazu entschließen kann, sich in einer Arbeitsgruppe gründlich mit dieser Wirtschaftsweise, ihren Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten auseinander zu setzen zu wollen, der möge sich bei einer unter der Rubrik Kontakte angegebenen Internetadressen melden.

    Quelle: DIE LINKE. Kreisverband Rotenburg/Wümme

    http://www.die-linke-rotenburg.de/index.html

  7. m.sastre schreibt:

    Ergänzend möchte ich hier noch die Arbeiten von Niko Paech ins Gespräch bringen, der mit seinem Entwurf einer Postwachstumsökonomie modestys Vorstellungen vielleicht am nächsten kommt:

    http://postwachstumsoekonomie.org/html/paech_grundzuge_einer_postwach.html

    Wie üblich, gibt es auch auf Youtube einige Videos zu seinem Thema.

    • pedrobergerac schreibt:

      „Was meint er mit Geldreform?“
      „……..Jede Person hätte ein Anrecht auf dasselbe jährliche Emissionskontingent “
      Soll ich jetzt umstellen auf Schappatmung? Das ist doch gequirlte Sch….
      Problem verkannt. Setzen.

  8. Alphamensch schreibt:

    Leute,Leute wenn ihr die haelfte euer intelligens dafuer einsetzen wuerdet so viele leute wie moeglich zum eigenstaendigen denken anzuregen anstatt euch hier die theorien und worte die ich google’n muss um die ohren zu hauen, waere uns allen geholfen.

    Jetz weiss ich warum auf der strasse nur idioten,beklopte und bescheuerte rumlaufen. Weil sich die die bescheid wissen sich hier streiten wer besser bescheid weiss.

    Tod ist ein nicht zu wiederrufender endgueltiger zustand, der aber fuer einen selber nicht schlimm ist. Man ist ja tod. Koennte aber auch gut sein das dieses auch auf DUMMHEIT zutrifft.

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