Die USA rüsten auf – auch gegen die eigene Bevölkerung

Wer noch immer an das Märchen von den guten USA glauben wollte, die der ganzen Welt Freiheit und Demokratie bringen möchten – und natürlich auch den Kapitalismus, sonst ist die ganze Freiheit ja nichts wert, der musste in den vergangenen Jahren die Augen schon sehr fest zudrücken, um das wahre Gesicht des Weltpolizisten nicht erkennen zu müssen: Folter-Skandale in Guantanamo und anderswo, per Video dokumentierte tödliche Militär-Einsätze gegen Zivilisten, der Einsatz von Killerdrohnen, mit denen inzwischen Tausende von Menschen illegal getötet wurden, die Lauschangriffe der NSA auf alle und jeden – das ist alles schon sehr übel. Gleichzeitig findet auch innerhalb der USA eine forcierte Militarisierung statt, die in folgendem Artikel auf der World Socialist Web Site beschrieben wird: Amerikas paramilitärische Polizei.

Andre Damon erklärt darin wie diese Aktivitäten zeigen, dass die herrschende Klasse in den USA, die sich hemmungslos auf Kosten der Verlierer bereichert, genau weiß, was sie tut und entsprechend aufrüstet: Nicht nur im Ausland befinden sich die USA in permanentem Kriegszustand. Auch innerhalb der USA wird mit harten Bandagen gekämpft. Wenn das Geld, das für die Erfüllung sozialer Bedürfnisse wie Bildung, Gesundheitswesen, Ernährung, Renten und so weiter, lieber für andere Dinge ausgegeben wird, muss vor allem in den Repressionsapparat investiert werden. Und genau das wird getan: Die US-Polizei wird mit Militärgerät ausgerüstet, die Gefängnisse in den USA sind voll und dann leisten sich die USA als einziges westliches Industrieland die Todesstrafe – die offenbar nicht ihren Zweck erfüllt: Wenn sie tatsächlich abschrecken würde, dann würde es ja weniger Verbrechen geben. Es scheint also eher das Gegenteil der Fall zu sein: Ein harter, brutal agierender Staat erzeugt harte, brutal agierende Bürger.

Damit komme ich einmal mehr auf die vielen Toten durch Schusswaffengebrauch, die es in den USA gibt – Slate hat sein Gundeath-Project nach einem Jahr eingestellt, aber die Statistik kann man sich trotzdem ansehen: How Many People Have Been Killed by Guns Since Newtown?

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Über modesty

Akademisch gebildetes Prekariat. Zeittypische Karriere: anspruchsvolle Ausbildung, langwieriger Berufseinstieg, derzeit anstrengender, aber schlecht bezahlter Job mit unsicherer Perspektive. Vielseitige Interessen, Literatur, Film, Medien, Wissenschaft, Politik, Geschichte, Gesellschaft, Zeitgeschehen. Hält diese Welt keineswegs für die beste aller möglichen, hofft aber, dass sie besser werden kann. Möchte gern im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten dazu beitragen.
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8 Antworten zu Die USA rüsten auf – auch gegen die eigene Bevölkerung

  1. haunebu7 schreibt:

    Hat dies auf Haunebu7's Blog rebloggt.

  2. Arsenal injustitia schreibt:

    Das Waffenrecht, was die Amerikaner haben ist ihr einziger Schutz vor der eigenen faschistischen Regierung.
    Nimmt man ihnen dieses Waffenrecht, dann macht man sie, wie uns Deutsche ,zu willenlosen Sklaven, ohne Recht auf Notwehr.
    Wie kann es sein, dass die Macht bewaffnet ist, aber die Bürger entwaffnet. Vielleicht, weil sie Angesichts der Waffen besser zu beugen sind?
    Ich rede hier von Menschen, die wissen, dass eine Waffe töten kann und von Menschen die sich dessen auch bewusst sind, ich rede nicht von irgendwelchen Irren, die wild um sich schießen.
    Jeder Mensch hat das Recht auf Notwehr, wenn er angegriffen wird, wir aber müssen mit dem Besen, der Mistschaufel vorlieb nehmen und Gerichtsbarkeit in der BR v. D ist ja wohl ausser Kraft gesetzt, wie jeder mittlerweile weiß.
    Was also machen, wenn man angegriffen wird?
    Freundlich grüßen, was sonst!
    Sorry Ironie!

    • modesty schreibt:

      Das ist ja genau der Punkt – brutale Regierung, brutale Gegenwehr.

      Trotzdem kann man mal drüber nachdenken, ob man wirklich eine Gesellschaft haben will, in der 17-Jährige keine Chance haben, an ein Bier zu kommen, als eins beim Nachbarn aus der Garage zu klauen und dafür dann abgeknallt werden, wie im Fall dieses Austauschschülers aus Hamburg.

      Ist das Recht auf Notwehr oder nicht eher Recht auf Paranoia?

      • Arsenal injustitia schreibt:

        Da hast Du recht, aber das sind Ausnahmen, den Mann, der dann geschossen hat, den hatte man bereits mehrmals überfallen und in einer fremden Garage hat niemand nachts was zu suchen, finde ich.
        Schon gar nicht, um ein Bier zu klauen.
        Hätte der am Tag freundlich gefragt, er hätte sicher eines bekommen, geschenkt.

  3. Braman schreibt:

    Diese Militarisierung der Polizei und andere ‚Sicherheitskräfte‘ ist nicht nur in den USA sichtbar, auch hier in Europa und Deutschland läuft es in die gleiche Richtung, nur eben nicht so öffentlich und für jeden sichtbar wie dort.
    Was mich aber viel mehr beschäftigt, ist die Zusammensetzung der ‚Sicherheitskräfte‘.
    Das diese Sicherheitskräfte die Interessen (Privilegien) der oberen 0,1% verteidigen und vertreten ist doch sicher den meisten denkenden Menschen bekannt.
    Nun ist es aber so, das die ‚Sicherheitskräfte‘ praktisch zu 100% aus Menschen der unteren (Einkommen, Privilegien) 50% der Bevölkerung bestehen. Sie sind selber ein Teil der Unterschicht was den Status und die Bezahlung anbetrifft, handeln also eigentlich (auch) gegen sich selber.
    Ich halte es an für der Zeit, diesen Leuten klar zu machen, für, und auch gegen wessen Interessen sie eigentlich ein gesetzt werden.
    In Deutschland sind ca. 1,25% (1 Mio) der Bevölkerung Millionäre, aber nur die oben erwähnten 0,1% (oder weniger) haben auch tatsächlich Macht und üben diese auch indirekt aus, hauptsächlich über Politiker (Gesetze) und Verbände (Manipulation). Und genau diese System der macht und des Geldes wird ‚konserviert‘ von den ‚konservativen‘ Parteien (CDU/CSU/SPD/FDP/Grüne).

    MfG: M.B.

  4. TinFoilHead schreibt:

    Um es ganz kurz zu machen.
    In 5-10 Jahren ist die deutsche Polizei so militarisiert wie heute die US-Cops. Wir hier, im 53 US Bundesstaat, momentan unter Gouvernor Merkel, bekommen mit einer 5-10jährigen Verspätung all das „Gute“ aus den USA. Wie z.B. Prekärjobs, horrende Mieten in Städten, Privatisierungen, Fracking, GenFood, höchst ungerechte Vermögensverteilung… man versteht mich wohl.

    Ein sehr schöner Satz war:

    „Ein harter, brutal agierender Staat erzeugt harte, brutal agierende Bürger.“

    Weil er so wahr ist! Weil den Bürgern in dieser marktkonformen Konzernwelt nichts mehr anderes übrig bleibt!

    Er ist abgedroschen, aber doch so genau so wahr wie immer noch aktuell:

    WE ARE THE 99%! Das müsste den meisten nur endlich einmal bewusst werden!

  5. Cource schreibt:

    Wohlstand macht frei und unabhängig–man kann es sich leisten verkürzt zu arbeiten, geht früher in Rente oder hat es nicht mehr nötig jeden schlecht bezahlten Job anzunehmen– durch die gezielte Verarmung zwingt man jetzt wieder jeden für’n Apel und nen Ei zu malochen

  6. Habnix schreibt:

    Ja, wir sind schon ein Lohnabhängiges und Kontoabhängiges Völlkschen.Tun alles aus Abhängigkeiten.Was kommt noch an Abhängigkeiten – die Interent Abhängigkeit, die der Regierung erlaubt uns Total zu kontollieren.Wollt ihr die Totale Abhängigkeit – ja wollen wir.Mit Paypal zu bezahlen Digi Geld wo mit jeder Kritik an Regierung das Geld weniger wird.

    Hier heist es aufwachen und endlich mal zu verstehen wie so was von so was kommt.

    Ohne Lohntüte und nur ein Konto bei einer Bank ohne Bankgeheimnis, ist das so als wenn mein Portmonnaie bei der Bank irgend ein X-beliebigen Dritter hat, den ich nicht kenne und jeder Gangster sieht rein ob noch was zu holen ist.
    Wenn also der Portmonnaie-Besitzer in der Bank sagt: spring, dann springst du und wenn er sagt: spring in den Rhein, dann springst du in den Rhein.

    Wen wundert da noch eine Banken und Wirtschaftskriese ?
    Selbst wenn es den Leuten peinlich ist, die Lohnabhängigkeit bleibt bestehen und wenn ein neuer Adolf Hitler käme, so würden sie ihm rein aus Lohnabhängigkeit folgen.

    Und wenn irgend einer kam und sagte: “Wie konntet ihr nur Adolf Hitler folgen?”, dann hätte die Antwort lauten müssen: “Ihr doch auch!”

    So meine Gedanken sind hiermit für’s erste erbrochen.

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