Blut auf den Mühlen von Pegida

Vielen Dank auch, ihr blöden Wichser von der islamischen Terrorfront, dass ihr unseren Pegida-Arschlöchern auch noch erstklassige Munition für ihren dumpfen Antiislamismus liefert!

Was für eine Heldentat, in einer Pariser Redaktion ein Dutzend nur mit Stiften bewaffnete Satiriker und Journalisten mit Maschinengewehren abzuknallen. Engagierte, aber durch und durch friedliche Menschen, die nichts anderes getan haben, als sich unter anderem über Religion – und zwar hauptsächlich über die katholische, aber das nur nebenbei – lustig zu machen. Euer Prophet wird mächtig stolz auf euch sein!

je suis charlie

Bedauerlicherweise gibt es an religiösem Fanatismus gar nichts, was lustig ist. Und bevor es jetzt wieder heißt, dass das Christentum so viel friedlicher sei, muss ich daran erinnern, dass es erst ein paar Jahrhunderte her ist, dass in Europa die Scheiterhaufen brannten, auf denen massenhaft Menschen – vor allem Frauen – wegen absurdester Anschuldigungen verbrannt wurden. Aber sie wurden auch ertränkt, gesteinigt oder auf irgendwelche anderen Arten zu Tode gefoltert, weil man ihnen unterstellte, auf irgendeine Art gegen die Gebote Gottes und/oder der Kirche verstoßen zu haben. Gar nicht zu erinnern an die Kreuzzüge oder sonstige Eroberungszüge der christlichen Kirche – die Christen sind in ihrer Geschichte auch nicht zimperlich gewesen. Wer den wahren Glauben hat, hat halt recht. Und zwar immer.

Was mich an Pegida wundert, ist, das ausgerechnet die Dresdener so viele Leute zur Rettung des christlichen Abendlandes auf die Straße bringen, wo doch in der Zone der christliche Glaube seit Jahrzehnten offiziell keine Rolle mehr gespielt hat. Ist das eine Art Phantomschmerz?

Mich würde mal interessieren, wie viele von den Pegida-Leuten jeden Sonntag in die Kirche gehen. Ein Prozent? Zwei? Nicht, weil ich finde, dass man Sonntags in die Kirche gehen müsste – im Gegenteil. Aber wenn man sich schon das Christentum aufs Transparent schreibt… die könnten ja wenigstens ehrlich sein und zugeben, dass sie einfach nichts an Fremde abgeben wollen. Was übrigens das Gegenteil von christlich ist – der wahre Christ ist barmherzig und gibt noch sein letztes Hemd weg. Er weiß ja, dass er später dafür mit dem ewigen Leben belohnt wird.

Aber wenn man sich nicht auf das ewige Leben nach dem Tod verlassen will, sondern davon ausgeht, dass es mit dem Tod einfach mal vorbei ist, kann man natürlich schon Angst bekommen, wenn einem jetzt angeblich selbst der mickrige Hartz-IV-Satz von noch ärmeren Flüchtlingen aus Afrika und dem nahen Osten streitig gemacht wird.

Hier hat die Verarmungspolitik der vergangen Jahre tatsächlich einen erzieherischen Effekt gehabt – und wenn sich die Politiker jetzt hinstellen und behaupten, dass sie das nicht gewollt hätten, dann sind sie so professionell ehrlich, wie ihr Job es angesichts der internationalen Political-Correctness-Richtlinien nun mal erfordert. Und dank der blutigen Terror-Idioten von Paris dürfen jetzt alle laut sagen, dass sie sich vom Islam bedroht fühlen.

Die passende Studie von der Bertelsmann-Stiftung ist zufällig (?) gerade heute publiziert worden.

Und nach dem Motto „Jetzt erst recht!“ gibt es jetzt viele gute Karikaturen zur Terrorattacke – einige davon hat der Satire-Blog Lupe zusammengestellt.

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Über modesty

Akademisch gebildetes Prekariat. Zeittypische Karriere: anspruchsvolle Ausbildung, langwieriger Berufseinstieg, derzeit anstrengender, aber schlecht bezahlter Job mit unsicherer Perspektive. Vielseitige Interessen, Literatur, Film, Medien, Wissenschaft, Politik, Geschichte, Gesellschaft, Zeitgeschehen. Hält diese Welt keineswegs für die beste aller möglichen, hofft aber, dass sie besser werden kann. Möchte gern im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten dazu beitragen.
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9 Antworten zu Blut auf den Mühlen von Pegida

  1. Welehamm schreibt:

    Das sehe ich – leicht modifiziert – anders, aber doch ähnlich:
    http://www.altermannblog.de/efuesa-statt-pegida/

  2. Clara Himmelhoch schreibt:

    Was du über die Dresdener „Christen“ schreibst, könnte man eben so gut auf alle CDU- und CSU-Mitglieder anwenden. Viele von ihnen haben den wahren Gedanken des Christentums auch nicht unbedingt verinnerlicht.

  3. Data schreibt:

    Warum übernimmst du so willfährig die Annahme, dass es Islamisten waren? Ist es nicht auch Denkbar, dass es eine false flag Operation war? Das Satiremagazin ist sehr religionskritisch und hat auch öfter den Islam aufs Korn genommen. Schon aus diesem Grunde macht es sich doch vortrefflich die Moslems zu beschuldigen. Man hat ja einen Grund. Ich gehe eher davon aus, dass die jüngsten Äußerungen Hollandes (keine Sanktionen mehr gegen Rußland) maßgeblich mit dem Attentat zusammen hängen. In dieser perversen Wertlosgemeinschaft wird jeder, der ausschert zurückgepfiffen und wieder auf Linie gebracht. Meines Erachtens war das ein Schuß vor den Bug der Franzosen und gilt gleichzeitig als Warnung.

    • modesty schreibt:

      Ja, denkbar ist schon, dass ein solches Attentat auch von Rechtsextremisten verübt wurde, um es den Islamisten in die Schuhe zu schieben. Aber islamistische Drohungen gegen Charlie Hebdo gibt es seit Jahren und wenn man sich anschaut, wie sich die Islamisten weltweit aufführen – und was derzeit im Einflussbereich des IS statt findet, ist ja nun mehr als haarsträubend – kann man davon ausgehen, dass das keine False-Flag-Operation war, sondern „ganz gewöhnlicher“ islamistischer Terror. Nur weil so ein Anschlag in die Agenda der Abschottungs-Politik der EU-Politik passt, heißt das nicht, dass er bestellt war.

    • PeWi schreibt:

      Genau. Das war mein Gedanke, als erzählt wurde, dass Gewehr und Ausweis eines der Islamisten im Auto gefunden worden ist. Mir kommt das alles irgendwie nicht ganz koscher vor.

  4. KHM schreibt:

    Ein paar sachdienliche Hinweise zu Vorgeschichte und Hintergrund des Anschlags und damit auch zur begründeten Zurückweisung der nun allseits geforderten Parteinahme für die „westliche Wertegemeinschaft“.

    Analysen des GegenStandpunkt-Verlags in Radio Lora München:

    13. Februar 2006

    Ein Grundsatzstreit um ein paar Karikaturen:
    „Meinungsfreiheit und Aufklärung gegen Fanatismus und religiöse Intoleranz“

    Eine Riesenaufregung und Randale mit Toten in der islamischen Welt – bloß wegen ein paar Karikaturen in einer dänischen Zeitung? Und hierzulande sollen gleich die Grundprinzipien der Aufklärung, der demokratischen Weltordnung und der europäischen Völkersolidarität auf dem Spiel stehen, wenn das Erscheinen der Karikaturen behindert wird? (…)

    http://www.gegenstandpunkt.de/radio/2006/ga060213.htm

    20. März 2006

    Die Meinungsfreiheit – ein demokratischer Höchstwert

    Da gab es kürzlich ein paar Karikaturen, in denen der Prophet Mohammed als Terrorist dargestellt und damit Muslime überhaupt verdächtigt werden, ein „Sumpf“ des Terrorismus zu sein. Starker Tobak, das sagten nicht nur viele Islamgläubige, sondern auch viele Meinungsmacher hier. Unisono heißt es, „religiöse Gefühle“ solle man nicht mutwillig „verletzen“. Andererseits, so dieselben Meinungsmacher, muss sich die Religion aber auch gefallen lassen, dass sie keinen unbedingten Artenschutz genießt: Der Gläubige mag zwar seinen Gott für das Höchste halten, aber er kann nicht verlangen, dass sich alle anderen auch daran halten – in der Demokratie gilt die Meinungsfreiheit, und die stellt jedem frei, sich unter anderem auch über die Religion kritisch und bis zu einem gewissen Maß sogar abfällig zu äußern. Wenn die Muslime nun gegen „Blasphemie“ der Karikaturen Sturm laufen, so ist ihnen Einhalt zu gebieten, weil sie damit ihre religiösen „Werte“ über die grandiose Errungenschaft der Meinungsfreiheit stellen. Bei der handelt es sich nämlich um einen Höchstwert, mit dem „die Freiheit“ und „die Demokratie“ steht und fällt. Da stellt sich auch die europäische Öffentlichkeit auf einen unversöhnlichen Standpunkt, ruft einen „Kampf der Kulturen“ aus und lässt keinen Zweifel daran, dass sie im Namen dieses „Kulturkampfes“ ebenfalls jede Menge gewaltsamer Übergänge ihrer Staatsgewalten für gerechtfertigt und angebracht hält. Das Ganze hat etwas Lächerliches: So viel Gift und Galle und Aufrufe zur mannhaften Verteidigung der Freiheit, bloß damit man mal über einen Abgott fremder Gläubiger grinsen kann? – Aber offensichtlich geht es um mehr als das: Die Demokratie behandelt den „Wert“ der Meinungsfreiheit als Höchstwert, weil er dafür unverzichtbar ist, wie hierzulande – und gerade im Gegensatz zur Verfasstheit islamischer Staaten – Herrschaft ausgeübt wird. Dazu ein paar kritische Anmerkungen. (…)

    GegenStandpunkt 1-06

    Viel Lärm um ein paar Zeichnungen zum Thema ‚Mohammed‘ und ein

    Kreuzzug für die Meinungsfreiheit

    Eine Riesenaufregung und Randale mit Toten in der islamischen Welt – bloß wegen ein paar Karikaturen in einem dänischen Journal? Und umgekehrt: Mit der Lizenz, ein paar Zeichnungen zu drucken, stehen gleich die Grundprinzipien der Aufklärung, der demokratischen Weltordnung und der europäischen Völkersolidarität auf dem Spiel? Das kann ja wohl beides nicht ganz wahr sein. (…)

    http://www.gegenstandpunkt.com/gs/2006/1/gs20061045h2.html

    GegenStandpunkt 1-95

    Der islamische Fundamentalismus

    Der Islam kommt ins Gerede als der neue Feind von „uns“. Nach dem „Krieg der Ideologien“, so hört man, drohe nun ein „Krieg der Zivilisationen“. Gedacht ist vor allem an die morgenländische, die sich mit dem christlichen Abendland nicht vertragen soll. Tatsächlich bedrohen „Islamisten“, wie sie selbst sich nennen, die Stabilität der eingerichteten Staaten vom Maghreb bis zur Türkei – also eine Region, die die EU zu ihrem Hinterland rechnet und auf deren wunschgemäßes Funktionieren „wir“ ein Recht haben – und darüber hinaus viele Länder des näheren und weiteren Ostens. Der deutsche Entwicklungshilfeminister macht die islamistische Regierung im Iran verantwortlich für weltweiten Terror; radikale Moslems untergraben in Frankreich und womöglich auch schon in Deutschland die Duldsamkeit „unserer“ Ausländer. „Uns“ stört an den Umtrieben der radikalen Gruppen ihr Ungehorsam, der Aufstand, den sie gegen deutsche, europäische, westliche Verhältnisse versuchen. Die Schuld daran geben „wir“ der falschen Religion, auf die sich die Islamisten berufen. Da denken moderne Christen fundamentalistisch.

    Besonnene Politiker warnen vor einem neuen Feindbild und vor Religionskriegen; [1] sie fühlen sich zu einer Ehrenrettung des islamischen Bekenntnisses herausgefordert, und beweisen mit ihren Ermahnungen nur, wie fertig das Bild vom falschen Glauben schon ist, der mit unserer Lebensweise und unseren Werten nicht zusammengeht, der uns bedroht, also bedroht gehört. Die ganz Gebildeten wissen anzuführen, daß Allah und seine Lehre nicht nur denselben Respekt verdienen wie andere religiöse Wahngebilde auch, sondern daß der Islam sogar Vorbild sein könnte mit der Toleranz, die er jahrhundertelang gegen Juden und Christen hat walten lassen – was die letzteren von sich nicht gerade sagen können. Die gleiche Anerkennung der Weltreligionen als verschiedene Ausdrücke des Höchsten macht andererseits gerade auf diese höfliche Tour das Feindbild fertig: Den Unterschied zwischen christlicher Religiosität und islamischem Fanatismus schreiben sie nicht den religiösen Gehalten des Koran, sondern dem Umstand zu, daß die islamische Welt die „schmerzhafte Erfahrung“ der europäischen Aufklärung nicht durchgemacht und die Trennung zwischen den höchsten Werten und der Realität noch nicht kapiert hat. Die Kenner der Religionen und Kulturen siedeln den Gegensatz nicht zwischen den Jüngern Jesu und denen Mohammeds an, sondern zwischen der aufgeklärten Privatreligion des Abendlands und der vor-aufgeklärten Religiosität von Moslems, die fanatisch werden, weil sie meinen, die guten Gebote Allahs müßten auch wirklich gelten. Ein feines Zeugnis stellen die Hüter der Aufklärung da ihrem Wertehimmel aus; das Schimpfwort, das sie für angebracht halten, heißt nicht Islam sondern Fundamentalismus. Diesen freilich führen auch sie völkerpsychologisch auf besondere Denkweise und Traditionen bzw. auf deren Fehlen zurück. Das rassistische: Die sind eben so – wir müssen uns dagegen wappnen!, kommt auch gebildet zustande.

    Der Einheitsfront der abendländischen Zivilisations- und Glaubenskrieger seien hier einige Thesen über Herkunft, Zweck und Resultate des islamischen und sonstigen Fundamentalismus entgegengesetzt. (…)

    http://www.gegenstandpunkt.com/gs/1995/1/gs19951040h2.html

    GegenStandpunkt 1-95

    Woher kommt und wie geht Rassismus?

    Wenn fanatische Fremdenhasser Neger aus U-Bahn-Zügen werfen, Türken drangsalieren oder Asylantenwohnheime in Brand stecken, dann sind sich verantwortungsbewußte Zeitgenossen von links bis rechts einig: Hier liegt eine moralische Entgleisung vor, die zum Bild unserer schönen Demokratie nicht paßt und die Gesinnung der „überwiegenden Mehrheit“ keineswegs widerspiegelt. Die Linken warnen vor der Überschreitung aller gültigen Wertmaßstäbe und erinnern – „Wehret den Anfängen!“ – an Auschwitz, eine Konsequenz, vor der das normale Gerechtigkeitsempfinden doch spätestens zurückschrecken müßte. Die Rechten, vor allem die in Amt und Würden, verkünden die Unvereinbarkeit von Rassismus und demokratischem Konsens gleich so, daß Nation und nationale Gesinnung gegen häßliche Weiterungen in Schutz genommen werden. Sie betonen den Unterschied, der zwischen verständlicher „Angst vor Überfremdung“ und verwerflicher, höchstens früher oder anderswo anzutreffender „ethnischer Säuberung“ doch immerhin bestehe; und den Übergang zu Rassismus und Verfolgung Andersartiger – der seit Kriegsende als schlechthin unerklärlich galt – möchten sie mittlerweile sogar jeder Erklärung entziehen. Wer überhaupt Gründe dafür sucht, warum ganz normalen und braven Staatsbürgern unter gewissen Umständen auch Ausländerjagden und KZ’s einleuchten, der soll schon der einzigartigen Unmoral solcher Ereignisse nicht gerecht werden; er setzt sich dem Verdacht aus, in seinem „Rationalismus“ die Unmenschlichkeit verständlich zu finden, letzten Endes also selbst auf dem Sprung zur Massenvernichtung zu stehen.

    Recht haben beide Parteien nicht. Über die Herkunft des Rassismus Bescheid zu wissen, ist nämlich die Voraussetzung dafür, seinen „Anfängen zu wehren“, statt sich vor dem übernächsten Übergang – der offenbar vorstellbar ist – zu grauen und rückblickend den vorigen Normalzustand des staatsbürgerlichen Gemüts für noch unverfänglich zu halten. Und an den Regeln der demokratischen Moral kann sich eine solche Erklärung sowieso nicht blamieren, da sie gerade den Zusammenhang zwischen Moralität und deren Entgleisungen zum Gegenstand hat. (…)

    http://www.gegenstandpunkt.com/gs/1995/1/gs19951008h2.html

  5. Kammerspartakus schreibt:

    Wie bitte kommst du da drauf, dass die PGIDA antisemisch eingestellt ist?
    Mach dir doch erst einmal die Mühe und lies das Positionspapier der PEGIDA.
    Und dann mach dir mal ein Bild von den Veranstaltungen in Köln, Berlin, Dresden etc.

    Ich habe lange nicht mehr so einen Nonsens gelsen, wie zu diesem Beitrag.

    Und diese Bertelsmann-Studie?…

    Na ja. Merkt ihr eigentlich nicht, dass die Medien alle Lügen?

    Googlet mal nach Eva Hermann ( ehemalige Tagesschau-Sprecherin oder Udo Ulfkotte, ehemaliger Faz-Redakteur.
    Sind das auch Nazis?
    Es gibt prima Statements auf Youtube von den Beiden.

    Von diesem Blog melde ich mich ab.

    Hier mal was für euch, wie verlogen die PGIDA-Hetze ist.:

    http://kammerspartakus.wordpress.com/2015/01/07/perfide-handwerkskammern-hwk-koln-unterstutzt-antifa-bewegung/

    Viel Spass!

    • modesty schreibt:

      Klar habe ich das Positionspapier von Pegida gelesen: Total schizophren.

      Aber irgendwie muss Pegida ja die christlich-jüdische Tradition, in der sie stehen will, als solche auch durchscheinen lassen, deshalb wird gefordert, dass der Staat sich besser um die armen Flüchtlinge kümmern soll. Gleichzeitig wird aber auch mehr Polizei und mehr Abschiebung gefordert. Und mehr Regulierung in Sachen Flüchtlingspolitik – wenn Pegida wirklich einen gerechten Verteilungsschlüssel für sämtliche Flüchtlinge innerhalb der EU will, werden die sich noch wundern, wie viele Leute mehr Deutschland dann aufnehmen müsste – derzeit nimmt Deutschland pro 1000 Einwohner nicht mal einen Flüchtling auf. Malta und Schweden dagegen fast fünf (laut Eurostat, nicht Lügenpresse – die behauptet ja, dass Deutschland mehr als alle anderen aufnehmen würde). Ich fände gut, wenn man es so machen würde und Deutschland dann auch entsprechend mehr Menschen aufnehmen müsste, aber das ist gewiss nicht, was die meisten Leute wollen, die zu Pegida-Demos gehen. Vielleicht sollten die mal das Positionspapier lesen…

      Und schon fast wieder lustig, wie sehr die Pegidas sich bemühen, zu betonen, dass sie total für sexuelle Selbstbestimmung und gegen Frauenfeindlichkeit sind – weder das Judentum, noch das Christentum stehen für sexuelle Selbstbestimmung, noch zeichnen sie sich als besonders frauenfreundlich aus.

      • PeWi schreibt:

        Ich habe das Legida-Positionspapier gelesen und kann deinen Kommentar nur untermauern. Zum Beispiel das Frauenbild ist dort total erzkonservativ. Frau sollte geschlechtsspezifisch arbeiten. Wo beginnt das, wo hört das auf? Mich nervt auch das christlich-jüdische Kulturbild, was völlig falsch ist. Es müsste vor alle erst einmal jüdisch-christlich heißen, weil das Alte Testament eben vor dem Neuen Testament entstand und das Neue Testament = Christentum. Außerdem haben sich die Christen bis jetzt nicht dadurch ausgezeichnet, irgendwelche jüdischen Wurzeln ihres Glaubens zu tolerieren, im Gegenteil (nur ein Beispiel: Judas/Pogrome/Säuglinge rösten und essen zu jüdischen Festen). Und wenn schon dieses Kulturbild, so bedeutet das doch in der Endkonsequenz, dass unsere Kultur von einer Nomaden- später sesshafter Kultur im Vorderorient abstammt. Das zeigt schon, wie vorsichtig man mit Wurzeln sein sollte.

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