Überraschung: Job-Boom für Ältere in Sicht!

Die Propaganda-Maschine ist gut geschmiert und läuft. Diesmal wars nicht der Spiegel, sondern die FTD, aber das ist eigentlich egal. Jetzt, wo klar ist, dass die Rente mit 67 kommt – inzwischen ist ja auch die Grüne Künast dafür – müssen positive Nachrichten in diesem Zusammenhang her.

Und klar, plötzlich sind sich die Ökonomen (das scheint eine neue Berufsbezeichnung für Hofastrologen zu sein) einig – es wird einen Boom bei den Arbeitsplätzen für Ältere geben. Was auch sonst. Boom für junge Fachkräfte wäre auch Unsinn, denn die gibts ja nicht.

Cool ist ja auch, dass von der Leyen betont, dass gerade Ältere bereits besonders vom Aufschwung am Arbeitsmarkt profitiert hätten – so kann man es natürlich auch nennen, wenn die Leute einfach immer weiterarbeiten müssen, weil sie sich den Ruhestand bei der Hungerrente, die auf den deutschen Durchschnittsverdiener zukommt, einfach nicht leisten können. Die jährliche Renteninformation von der BfA treibt mir auch immer die Tränen in den Augen; es nämlich immer weniger statt mehr, was mir da in Aussicht gestellt wird. Obwohl ich noch für Geld arbeiten darf.

Profitieren tun ja wohl in erster Linie die Arbeitgeber von den erfahrenen, gut eingearbeiteten Kräften, die nicht mehr auf Parties gehen und deshalb auch am Montagmorgen fit sind. Und die auch sonst nicht mehr rumzicken, sondern halt wissen wie der Laden läuft. Jetzt klopfen sich plötzlich alle gegenseitig auf die Schultern, weil sie es nun nach dem Jugendwahn der vergangenen Jahrzehnte auch den Älteren wieder ermöglichen, sich ausbeuten zu lassen.

Na toll. Das nennt man dann „nicht auf Kosten der jungen Generation“ sparen. Aber es sind doch die Jüngeren, die länger für weniger Geld arbeiten müssen. Schönen Dank auch.

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Über modesty

Akademisch gebildetes Prekariat. Zeittypische Karriere: anspruchsvolle Ausbildung, langwieriger Berufseinstieg, derzeit anstrengender, aber schlecht bezahlter Job mit unsicherer Perspektive. Vielseitige Interessen, Literatur, Film, Medien, Wissenschaft, Politik, Geschichte, Gesellschaft, Zeitgeschehen. Hält diese Welt keineswegs für die beste aller möglichen, hofft aber, dass sie besser werden kann. Möchte gern im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten dazu beitragen.
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